Australien – das „andere Ende“ der Welt!

Unsere erste Australien-Reise. Dieser Bericht ist für uns, für die daheim gebliebenen und für alle, die einen Urlaub in Down Under planen…

Vorbereitungen

Bevor es los geht…

 

20. Dezember 2015

Nun ist es fix! Seit Dezember 2013 haben wir es uns vorgenommen und jetzt tatsächlich fest gemacht.

Die Flüge sind gebucht. Es geht für 4 Wochen mit Emirates von Frankfurt über Dubai nach Brisbane, wo wir die ersten Tage verbringen werden.

Zuerst geht es mit einem A380 -800 von Frankfurt nach Dubai. Wir haben uns bewusst für einen Flug entschieden, der einen möglichst kurzen Aufenthalt in Dubai hat. So geht es nach 3 Stunden und 10 Minuten mit einer Boeing 777-300 weiter zum eigentlichen Ziel, nach Brisbane. Dort werden wir am Montag Abend nach 23:15 Stunden landen. Mal sehen, wie wir den Flug überstehen.

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Danach starten wir unsere etwa 2.000 km lange Tour nach Cairns.

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Je nachdem, wie lange wir dafür brauchen, werden wir in Cairns ein paar Tage bleiben und dann nach Sydney weiter fliegen. Hier soll unser Traumurlaub ausklingen, bevor es wieder zurück nach Deutschland geht.

(Und wenn es ganz perfekt läuft, ist vielleicht auch noch ein Abstecher zum Uluru drin?)


Januar 2016

Noch mehr als 9 Monate! Und trotzdem bekomme ich schon etwas Reisefieber. Es ist ja auch wirklich kein normaler Urlaub, eher schon was ganz Besonderes. Gut, es gibt sicher Leute, für die sowas an der Tagesordnung ist und die mich jetzt belächeln. Sollen Sie ruhig, für mich ist es der Hammer.
(Auch der Rest der Familie ist schon genervt. Da werden sie aber durch müssen)
Und so fange ich an, mich mit dem Land und den Leuten zu beschäftigen, surfe, lese und stelle mir vor, wie es denn werden wird.
2 tolle Bücher zur Reisevorbereitung haben wir gefunden, die ich schon jetzt empfehlen kann:
Australien – der Osten von Armin Tima und Nationalparkroute Australien Ostküste von Bianca de Loryn. Beide sind ganz aktuell (2015) und bieten jede Menge Informationen über Land und Leute, über nötige und ratsame Vorbereitungen und beschreiben nicht nur die touristischen Highlights. (Die werden aber selbstverständlich auch sehr gut vorgestellt).

Und dann überlege ich natürlich schon jetzt, was denn an Technik unbedingt mit muss. Klar, die DSLR ist dabei, aber wie viele Objektive und dann natürlich welche? Stativ – klar! Ich habe ja ein extra kleines und leichtes Reisestativ, aber viele kleine und leichte Dinge werden irgendwann auch mal groß und schwer.
Da ich natürlich unbedingt am Great Barrier Reef schnorcheln will, muss(!!) eine Unterwasserkamera her. Also schon mal gesucht und nach kurzer Zeit entnervt aufgegeben. HD, Full HD, 4K, 60 fps, 120 fps? Und dann natürlich der Hersteller? Go Pro ist der Platzhirsch, aber zu teuer. Dann gibt es massig Alternativen, die ich alle noch nie gehört habe und die auf den ersten Blick fast genau so aussehen und ähnlich ausgestattet sind. Sie sind deutlich günstiger, aber ob die was taugen? Ich kann Euch sagen, da muss man studiert haben – oder man kauft das Original und versenkt sein Geld für einen Markennamen!
Letzte Woche habe ich auch meinen alten GPS Logger wieder ausgegraben und ausprobiert! Funktioniert hervorragend und ist somit gebucht und abgehakt. Das wäre schon mal erledigt und wir können eine wunderbare Routenaufzeichnung machen und die Bilder taggen.
Das Netbook zickt auch etwas rum, aber ich habe keine Lust, noch ein neues Notebook zu kaufen, aber mein Lenovo ist mal mindestens zwei Nummern zu groß und darf sicher nicht mit. Also muss ich da nochmal etwas fummeln, alles runter, was nicht unbedingt gebraucht wird. Hat auch schon etwas gebracht. Das könnte auch was werden…

Na ja, hat was gebracht, aber aus einem Ackergaul wird nun mal kein Rennpferd. Also  muss doch was Neues her. Bei Ebay habe ich ein gebrauchtes Notebook von Dell gefunden. Genau das ist es: 13,3, Zoll, ordentlich Power und vor allem mit Metallgehäuse und richtig stabil. Es kam auch schon nach 2 Tagen an und ich bin begeistert. Top Zustand und wirklich nur minimale Gebrauchsspuren. Wieder was erledigt.


7. Februar 2016

Die Flüge haben wir ja schon im Dezember gebucht, weil es bei Emirates richtig gute Preise gegeben hat und die Flugzeiten relativ kurz waren.

Nun haben wir uns noch einmal auf der CMT in Stuttgart einige Informationen über Mietwagen und Inlandsflüge geholt. Interessant war auch der Vortrag über Queensland und die 111 Tipps für Australien. Wir haben das zwar schon im letzten Jahr gehört, aber jetzt, mit den konkreten Plänen, ist es doch noch einmal gut zu hören.

Die Beratung bei mehreren namhaften Australien Spezialisten war auch gut, aber was danach kam, war schon etwas ernüchternd. Einer war mit seinem Angebot super schnell, es kam schon am Sonntag Abend, nachdem wir am Samstag früh den Stand besucht haben.

Die beiden anderen haben uns schon angekündigt, dass es ein paar Tage dauern kann, aber die erste Reaktion kam nach einer Woche – und das war eine Mail, dass es noch mindestens eine Woche dauern kann mit dem Angebot. Von einem weiteren Anbieter kam das Angebot dann auch etwa 2 Wochen später.

Was die beiden Angebote gemeinsam hatten: Sie waren deutlich teurer, als die gleichen Leistungen im Internet! Das ist für mich auch kein Problem, wenn dahinter eine Leistung steckt, aber das war nun mal nicht so. 08/15 Angebote mit Mietwagen verschiedener Klassen, ein Inlandsflug und ein Hotel in Sydney. Das wars. Wir haben also selbst recherchiert und zufällig sogar den gleichen Inlandsflug gebucht – schon bevor wir das Angebot vorliegen hatten. Nur eben 30 % günstiger! Ähnlich war es beim Wohnmobil und beim Hotel.

Ich hatte so den Eindruck, dass wir nicht mehr so interessant waren, als wir erzählten, dass wir unsere Flüge schon gebucht haben. Ab da war die Begeisterung nicht mehr so groß.


1. August 2016

Das ist doch mal eine gute Nachricht.

Im Frühjahr haben uns mehrere Veranstalter gesagt, dass wir den Camper möglichst frühzeitig buchen sollten. Je nach Abholort und Kontingent würde es immer teurer werden .

Zum Glück haben wir dann aber bei Camperdays gebucht. Hier kann man bis etwa einen Monat vor Mietbeginn noch kostenlos stornieren. Und das war gut so. Heute habe ich nämlich den gleichen Camper zu den gleichen Bedingungen schlappe 175 € günstiger gebucht. Von wegen möglichst früh! Übrigens war das kein Problem. Ein Anruf bei Camperdays, das gleiche Fahrzeug noch einmal gebucht und 3 Stunden später war schon die Bestätigung da. Jetzt einfach die erste Buchung per Mail storniert. Auch hier kam umgehend die Bestätigung. Klasse!

Und so sieht das Gefährt (wahrscheinlich?) aus. Hat noch dazu das Lenkrad auf der falschen Seite 🙂 Mal sehen, wie oft ich an der falschen Türe stehe?

                            


02. August 2016

Was beim Camper noch, unterstellen wir mal nichts Böses, eine „Fehleinschätzung“ war, trifft bei den Flugtickets tatsächlich zu.

Hier hat es sich wirklich gelohnt, früh zu buchen. Erstens ist unser Hinflug jetzt bereits ausgebucht, und zweitens würden wir heute fast 400 € mehr für die Flüge zahlen.


20. August 2016

Wenn man in Australien mit dem Camper unterwegs ist, liegt es ja auch nahe, hin und wieder auch einmal einen Campingplatz aufzusuchen.

Nach ausführlicher Recherche sind wohl 2 Anbieter die Platzhirsche in Australien: BIG4 und Top Tourist Parks. Da uns die Seite von BIG4 irgendwie besser gefallen hat, haben wir dort jetzt eine Mitgliedschaft abgeschlossen. Für 2 Jahre kostet das 50 AUD, dafür erhält man aber bei jeder Buchung 10 % Nachlass. Bei Übernachtungspreisen von etwa 30-50 AUD für den Stellplatz und mindestens 100 AUD für eine Cabin sollte sich das schnell amortisieren. Mal sehen, wir werden dann berichten, ob die Campingplätze von BIG4 wirklich so komfortabel sind.

Sehr gut war, dass BIG4 für viele beliebte Routen schon Vorschläge macht, welche Plätze sich auf der Tour anbieten und die jeweilige Entfernung und die benötigte Fahrzeit angibt. Das ist auf jeden Fall mal ein guter Anhaltspunkt.Route BIG4

Hier sind die weiteren Routen zu finden: Routen BIG4

Mal sehen, ob wir das so, oder so ähnlich machen…


18. September 2016

Und schon ist es soweit. Da waren die Monate doch schnell vorbei und jetzt sind wir startbereit. In 5 Stunden sind wir schon in der Luft.

Und in den beiden Taschen und Rucksäcken ist alles, was uns die nächsten 4 Wochen begleiten wird.

Auf Tour

20. September 2016

An uns hat es nicht gelegen!

Wir waren schon sehr früh in Frankfurt. Die A3 mit ihren Baustellen meinte es gut mit uns.

Da wir schon online eingecheckt hatten, konnten wir direkt zur Gepäckabgabe gehen und waren unsere Taschen gleich los. Wartezeit: 0 Minuten!
Auch danach war es total entspannt. Das haben die von Emirates und Fraport gut im Griff. Nirgendwo gab es erwähnenswerte Wartezeiten. Zum ersten Mal haben wir auch eine elektronische Passkontrolle gemacht, was uns wieder einige Zeit erspart hat. Wäre aber gar nicht wichtig gewesen, wir waren ja so früh dran. Bis zum Boarding lief dann auch alles glatt.

Der Start verzögerte sich aber um ziemlich genau 45 Minuten. Warum? Keine Ahnung! Ist aber auch egal. Dafür wurden wir mit einem wunderschönen Sonnenuntergang entschädigt.

Auch der Flug verläuft bisher sehr, sehr ruhig. Das Entertainment System beschäftigt uns schon ganz schön und der erste Film ist auch durch… Mal sehen, wie es weitergeht.

0:45 Uhr Ortszeit Dubai. Gelandet. Nun heißt es, das neue Gate zu finden und bis 2 Uhr dort Einzuchecken. Da die Koffer direkt weiter verladen werden, ist das doch gemütlich zu schaffen. Mit einer kleinen U-Bahn geht es ins Terminal 2 zum Gate B23. Die Flughafengebäude sind schon imposant, genau wie die Stadt bei Nacht aus der Vogelperspektive.

Wir waren aber schon überrascht, als wir im zweiten Terminal nicht mehr sicher waren, ob wir denn auch wirklich dort sind. Die beiden sind nämlich auf den ersten Blick absolut identisch. Man muss sich also schon nach der Beschilderung richten, sonst wird das dort nichts.

Die Kontrollen laufen problemlos und so sind wir schon früh am Gate und können auch rechtzeitig einchecken.

 

Trotzdem startet der Flug mit 45 Minuten Verspätung…

Vielleicht hatte das aber auch den Grund, dass wir anscheinend viel schneller unterwegs sein würden, als geplant. Denn trotz der Verspätung beim Start, landeten wir pünktlich um 22:30 Ortszeit in Brisbane.

Und nun mal für alle, die vorher Angst vor dem langen Flug hatten: Ja, es dauert schon ganz schön lange. Aber Nein, so schlimm ist es nicht wirklich. Es ist genügend Unterhaltung an Bord, man kann mal etwas schlafen und außerdem ist es ja nicht verboten, mal aufzustehen. Was aber auch sicher ist: Der Airbus A380, den wir auf der ersten Teilstrecke nach Dubai hatten, war um Welten besser, als die 777. Vielleicht haben wir ja eine alte Kiste erwischt, aber der Komfort, die Lautstärke, das Entertainment Sytem – alles war im A380 weitaus besser.
Es ging dann wirklich erstaunlich schnell rum und wir standen zum ersten Mal auf australischem Boden. Vorher schon hatten wir einen kleinen Eindruck von der Größe dieses Landes bekommen. Etwa vier Stunden dauerte der Flug von der Westküste nach Brisbane. Outback, wohin das Auge reicht…

Unsere Taschen waren schnell da und es dauerte nicht lange, bis wir durch die Zollabfertigung waren, auch wenn wir die mitgebrachten Lebensmittel angegeben hatten. Es war also kein Problem, Schokolade und Marmelade nach Australien einzuführen.

Kerstin und Matthias standen schon bereit, uns in Empfang zu nehmen. Vielen Dank Euch beiden! Unser erster Kontakt mit dem fünften Kontinent war leider in völliger Dunkelheit. Durch verschiedene Tunnels gings nach Sinnamon Park, wo wir noch ein paar Minuten erzählten und dann fix und fertig ins Bett fielen (Vielen Dank Laura, dass Du Dein Zimmer für uns hergegeben hast!)

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Brisbane, 20. September 2016

Aufstehen um 8, damit wir in den Rhythmus kommen. Aber zuerst einmal raus in den Garten und Australien ansehen. Orchideen und Weihnachtssterne wachsen im Garten, haushohe Yuccapalmen, Eukalyptusbäume … sensationell. Das macht schon mal neugierig. Und genau deshalb gings gleich nach dem Frühstück zum Lone Pine Koala Sanctury. Und ich kann Euch sagen, das ist der ideale Einstieg ins Aussieland: Känguruhs, Koalas, Echsen, Schlangen und alle die anderen Tiere, die zu Australien gehören, sind hier hautnah zu erleben. (Zumindest, die, die man auch hautnah überleben kann :-))

img_8277Schon sehr faszinierend, ein echtes Känguruh zu streicheln, oder sogar einen Koala auf dem Arm zu halten.

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Tolle Eindrücke waren das! Anschließend haben wir uns noch einen kleinen Teil von Brisbane angesehen und am Brisbane River gegessen. Gut. Billig ist Australien ja nun wirklich nicht, aber dafür hatten wir einen Super Ausblick…

Den hatten wir aber erst richtig am Nachmittag. Unsere Gastgeber Kerstin und Mattias zeigten uns den Blick von Mount Coot-tha über die gesamte Stadt…

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Klicken zum Vergrößern

…und danach besorgten wir uns ein einem Einkaufszentrum das Abendessen: Lamm und andere Steaks und verschiedene Wurstarten wanderten am Abend auf den Grill.

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Ein schöner Abend klingt gegen 22 Uhr aus, weil wir doch noch etwas müde sind und Matthias morgen um 04:30 zum Flughafen starten muss, um zu seiner Arbeitsstelle nach Sydney zu fliegen.

Ein toller Tag mit vielen Eindrücken geht zu Ende. Aber er hat gewaltig Lust auf mehr gemacht.


Brisbane, 21. September 2016

REGEN! Da fliegst du stundenlang ans andere Ende der Welt, in den „Sunshinestate Queensland“ und dann das. Du wachst morgens auf und hörst Geräusche, die du sonst nur aus dem Fernsehen kennst. Fast wie im Urwald und irgendwie beruhigend und absolut unbekannt. Aber dann ist da doch etwas sehr Bekanntes: Ein leichter Regenschauer. Gut, es war nicht wirklich überraschend, weil schon gestern vorhergesagt, aber die Hoffnung stirbt halt zuletzt…

Egal, wir haben das Beste draus gemacht. Nach dem Frühstück hatte Kerstin eh etwas in der Stadt zu erledigen und da sind wir direkt mitgefahren. Weil es am Vormittag weiterhin geregnet hat, haben wir eine lange Bootstour auf dem Brisbane River gemacht.

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Richtung Meer bis zur Endstation und dann wieder zurück in die City. So haben wir auch einen guten Eindruck von der Stadt bekommen und Kerstin hat uns oft gezeigt, was das Hochwasser von 2009 angerichtet hat. Ich habe es ja damals auch verfolgt, aber wenn man hier live sieht, was es damals angerichtet hat, ist das ein anderes Kaliber.

Danach hat der Regen zum Glück aufgehört und wir konnten noch etwas in der Stadt bummeln, uns auf einen Foodcourt etwas zu Essen besorgen und über einen Markt schlendern. Für den Nachmittag gabs Lamingtons, die echt lecker sind. Müssen wir zu Hause mal nachbacken.

Und dann ist es tatsächlich passiert: Wir sind zufällig (und das ist wirklich so gewesen!) an einem Laden vorbeigekommen, der seine UGG`s ausverkauft! UGGs, die Originalen, die „wir“ ja schon immer wollten. Und das sind nicht nur Originale, nein, das sind die originalen Originale! Wir haben uns das nämlich erklären lassen. Es gibt 2 verschiedene Logos von UGG. Einmal mit drei gleich großen Buchstaben und bei der zweiten Variante ist das mittlere „G“ etwas größer. Klar, denkt man, die mit dem kleinen G sind wohl Plagiate, weil bei uns eben die Varianten mit dem größeren G Verkauft wird. ABER WEIT GEFEHLT! Es ist nämlich so, dass es einen Rechtsstreit wegen der Nutzung des Logos gibt und deshalb darf das echte Logo (mit den drei gleiche Großen Buchstaben) nur in Australien verwendet werden. Alle Exportprodukte haben also das große G und werden angeblich in Asien gefertigt. Somit sind die anderen also die echten Originale und genau die haben wir jetzt!

Man muss ja auch mal Glück haben.

Den Rest des Tages verbrachten wir zuhause bei Kerstin und planten den „nächsten Beginn“ des Urlaubs. Morgen holen wir den Camper ab und ab dann sind wir wirklich on the Road und ohne Guide.

Hier noch ein paar Eindrücke vom heutigen Tag.

Ein Fussgängerüberweg, an dem die Leute die Strasse in allen Richtungen gleichzeitig überqueren: Längs, Quer und Diagonal! Hab ich auch noch nicht gesehen. 20160921_145512

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Burger King heisst hier Hungry Jacks
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und Peter Alexander lebt weiter:

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Dazu möchte ich dann doch nichts sagen „PREZEL“. Ist ja fast wie bei Das Leben des Brian…


Byron Bay, 22. September 2016

Jetzt gerade sitze ich hier in Byron Bay an der Gold Cost in New South Wales, Australien. Es ist immer noch etwas unwirklich.

Heute früh hat nun der eigentliche Teil unseres Urlaubs begonnen. Kerstin hat uns noch zur Abholstation von Apollo/Cheapa gebracht und dann mussten wir uns verabschieden. Jetzt müssen wir alles alleine regeln.
Das war aber zumindest heute kein Problem. Die Fahrzeugübergabe und die Einweisung ging sehr schnell und wir haben mit dem netten Kollegen von Apollo sogar richtig geplaudert. So gegen halb 10 saßen wir also in unserem HiTop Campermobil.

Das erste Ziel sollte heute Byron Bay sein, etwa 175 km südlich von Brisbane.

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Dazwischen lag aber mein erster Kontakt mit dem australischen Linksverkehr. Dass es dann doch so einfach werden sollte, hätte ich nicht gedacht. Gut war, dass wir die ersten Kilometer auf der Autobahn zurücklegten, wo es natürlich besonders einfach ist. Aber auch später dann, in Byron Bay, gab es überhaupt keine Probleme.

 

Byron Bay selbst ist nicht wirklich etwas Besonderes. Eine typische Touristenhochburg mit x Läden und Kneipen, vielen jungen Backpackern und hektischem Verkehr. Unser Ziel war aber das Lighthouse, der Leuchtturm direkt hinter der Stadt an der Küste. Kerstin hatte uns schon angedeutet, dass es hier wunderschön sein sollte, aber die Realität war noch besser:

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Der Strand von Byron Bay vom Lighthouse aus

Ein wunderbarer Panoramablick aufs Meer, weißer Sandstrand und Surfer ohne Ende. Draußen vor der Küste konnten wir Wale sehen und am Ufer etwa 100 Meter unter uns schwamm eine riesige Wasserschildkröte. Das hatten wir nicht gleich am ersten Tag erwartet…

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Wal vor der Küste von Byron Bay. Aufgenommen mit dem 270er Tele
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Wasserschildkröte am Strand von Byron Bay. Aus großer Entfernung mit dem 270er Tele

Etwa zwei Stunden verbrachten wir dort oben, am östlichsten Punkt des australischen Kontinents, dann buchten wir unseren Campingplatz, kauften die wichtigsten Sachen ein und nun sitzen wir gemütlich hier. Allerdings ist es um 19:00 schon stockdunkel. Es wird also nicht mehr lange dauern, und wir testen das Bett im Camper. Mal sehen, wann es morgen früh dann hell wird…

Auf Tour 2

Surfers Paradise, 23. September 2016

Was für ein Land!

Das Frühstück war noch ausbaufähig, obwohl der Cappuccino mit Sojamilch wirklich lecker war. Aber ansonsten gab unser Camper nicht wirklich viel her. Das ist beim letzten Einkauf nur suboptimal gelaufen…

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Aber ab dann war es wieder ein unvergesslicher Tag.

Wir starteten von Byron Bay in Richtung Crystal Castle, ein Ausflugsziel etwas im Hinterland, das uns Kerstin empfohlen hatte.
Zuerst führte uns das Navi in den nächsten Ort und wir zweigten dann bergauf ab. Schon nach ein paar Kilometern wurde aus der Strasse eine Piste.

Mit Bäumen überwachsen, Schlaglöcher und keine Spur von Straßenbelag.

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Auf den Weg nach Crystal Castle

Immer wieder musste ich herabhängenden Ästen ausweichen. Und dazwischen oft der Blick auf die Küste und das Meer.

Sicher war das nicht der normale Weg, eher schon der kürzeste. Für uns aber sicher der schönste.

Auch Crystal Castle war die Fahrt mehr als wert. Eine Art Park, irgendwie esoterisch, aber schon am Anfang steht ganz deutlich, dass es nicht religiös ist. Eigentlich ist das auch egal, auf jeden Fall ist es wunderschön dort oben. Obwohl auch hier der Einstieg recht überraschend (und etwa einen Meter lang) war:

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Ich habe keine Ahnung, was das für eine war. Friedlich war sie auf jeden Fall.

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Der Park hat viele asiatische Einflüsse, Buddhas und Statuen und ist super gepflegt. Überall gibt es Edelsteine, zum Teil mehrere Meter hoch. auch die Pflanzenwelt ist überwältigend. Was wir in der Gärtnerei im Blumentopf kaufen, wächst dort im Freien. Wir haben zum Beispiel einen meterhohen Weihnachtsstern gesehen und eine Engelstrompete wie ein Baum. Auch der Bambus wächst haushoch. Und es hat etwas von Urwald.

Nach etwa 2 Stunden machten wir uns auf den Weg zum Kontrastprogramm. Von der Ruhe in die Hektik, vom Wald ans Meer, vom Land in die Stadt. Es ging nach Surfers Paradise. Der Ort selbst ist nicht unbedingt sehenswert. Es ist, zumindest bei einem kurzen Besuch eine typische Touristenstadt. Aber es gibt dort auch den Q1 Tower, den höchsten Wolkenkratzer auf der Südhalbkugel. Und der ist wiederum absolut sehenswert.

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Der Q1 Tower in Surfers Paradise

Mit dem Aufzug geht es in ca. 40 Sekunden in den 77. Stock, was irgendwie wohl auch ein Rekord ist. Der Ausblick von dort oben ist sensationell: Die Gold Cost und das Meer, fast 360 Grad. Auf dem Meer waren übrigens wieder Wale unterwegs.

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Die Gold Coast vom Q1 Tower
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Lifeguard Buggy in Surfers Paradise

Nach einem kurzen Abstecher an den Strand mussten wir uns nun nur noch einen Campingplatz suchen, was gar nicht so einfach war, weil die Australier gerade Schulferien haben und eh gerne übers Wochenende aus den Städten entfliehen und sich dann bei BIG4 und Kollegen einquartieren. Aber dann haben wir es doch noch hinbekommen. Wir müssen allerdings bis 6:00 pm in Brisbane sein. 10 Minuten vorher treffen wir dort ein. Der Platz ist nicht so schön, wie der von gestern, aber für eine Nacht absolut in Ordnung.

Nun sind wir also wieder da, wo das Abenteuer Australien begonnen hat und starten morgen nach Norden, ans eigentliche Ziel unserer Reise.


Forest Glen, 24. September 2016

Die Tage beginnen früh, hier in Down Under. Irgendwann nach 5 wird es langsam hell und auch heute sind wir ohne Wecker um 6 Uhr wach. Schade, dass der Coffee Shop erst um 7:30 h aufmacht. Na, ja, warten wir halt noch etwas, wir sind ja im Urlaub. Kurz nach halb Neun haben wir gefrühstückt und machen uns auf den Weg. Nach dem ersten Tanken geht es auf die M1 Richtung Norden und dann auf den Bruce Highway.

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Die Tour vom 24.09.2016

Das erste Ziel heute ist der Markt in Eumundi. Angeblich sehenswert und deshalb in der ganzen Region bekannt.

Danach müssen wir leider wieder ein paar Kilometer zurück, aber da es Wochenende ist, ist die Auswahl an freien Campingplätzen nicht wirklich groß. Aber was soll`s, auf die paar Kilometer kommt es nun wirklich nicht an.

Was soll ich sagen, schon am Ortseingang von Eumundi wird man auf einen Parkplatz eingewiesen, von dem ein kostenloser Shuttlebus in den Ort fährt. Der Markt ist dann wirklich klasse. Es gibt kaum den üblichen Kitsch, sondern hauptsächlich regionale Produkte, Schmuck und Kleider. Aber eben nicht Made in China.

 

Hier heißt das Motto:
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Wär vielleicht auch mal in Deutschland eine Überlegung wert?

Auf jeden Fall sind die Leute an den Ständen unheimlich nett, lachen, erzählen, ohne dabei aufdringlich zu werden. Natürlich kann man einen solchen Markt nicht verlassen, ohne etwas gekauft zu haben: So kriege ich nun endlich meinen original australischen Hut aus feinstem Känguruh Leder. Und hier und da noch ein wenig Schnickschnack.

 

Das Beste kam dann aber, als wir uns etwas zu Essen kaufen wollten. Ich bestellte mit meinem Weltklasse-Englisch einen Nachoteller mit Chicken und die Verkäuferin fragt mich direkt: „Seid Ihr aus Deutschland? Wir sprechen nämlich auch hessisch!“ Da bist Du doch platt. Kommen die doch aus Großumstadt und leben seit 9 Jahren in Australien. Da gabs gleich mal eine Plauderei unter Landsleuten und dann hat sie uns sogar 5 AUD geschenkt. Vielen Dank!

Beim Bummeln kauften wir uns noch eine Ananas, direkt vom Bauern, fürs Abendessen. Und das war der Hammer: Ich habe noch nie eine so weiche, süße und saftige Ananas gegessen. Das kenne ich sonst nur bei denen aus der Dose, die mit einem Pfund Zucker genießbar gemacht werden. Ich freu mich jetzt schon aufs Frühstück, denn dann gibt es den Rest.

Ja, heute waren wir mal etwas früher am Campingplatz. Das Einchecken habe ich nicht wirklich mitbekommen, so schnell hat die Dame da losgelegt. Ich denke mal, ich habe nicht mal die Hälfte verstanden, aber das hat sie nicht wirklich interessiert, oder ich habe so verstehend genickt? Einfahren durften wir aber und unseren Platz haben wir gefunden. Wahrscheinlich hatte sie Ihre 2.000 Worte für diesen Tag noch nicht voll 🙂

Und noch etwas haben wir heute gemacht: Den Campingplatz in Hervey Bay für Montag und Dienstag gebucht und ebenfalls das Whale Watching am Dienstag. Darauf freuen wir uns ganz besonders.

Also, stay tuned, es gibt noch viel zu berichten, wir haben noch nicht mal eine Woche rum und die Köpfe schon voll von Eindrücken.


25. September 2016

Das ist der Rest von gestern. Wird ein leckeres Frühstück. Mit Joghurt und einem Kaffee, dazu ein Toast.

Der Tag kann beginnen, heute geht es in die Glasshouse Mountains.


 

Auf Tour 3

Glasshouse Mountains, 25. September 2016

Heute brauchen wir mal einen ruhigeren Tag. Obwohl wir noch nicht einmal eine Woche hier sind, sind die Köpfe schon ganz schön voll. Es ist halt doch eine andere Welt, in der wir hier sind.

Deshalb heute nur ein kurzer Ausflug in die Glasshouse Mountains.

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Wir ließen die Fahrt ganz gemütlich angehen und genossen schon dabei die Umgebung. Am Anfang gings über die Autobahn M1, aber dann über kleine Strassen bis zum Glass House Mountain Lookout, einem Aussichtspunkt mit phantastischem Fernblick.

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Unbedingt das Panorama von Glasshouse Mountains anklicken! 360 Grad Rundumblick. (Durch Klicken vergrößern und dann nach links und rechts schwenken)

Am Morgen in Forest Glen war es noch wolkig und hat sogar ein paar Tropfen (aber wirklich nur ein paar!) geregnet. Und zwei Stunden später hatten wir diese Aussicht. Obwohl wir da schon ein paar Meter in den Bergen waren, war es dort oben richtig warm und sonnig.

Trotzdem sind wir den 800 Meter langen Point Lookout Weg gegangen, der in einer Schleife durch den Wald führte.

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Kann man schon einmal machen, auch bei gefühlten 30 Grad!

Auf dem Rückweg gab es wieder so ein kleines Highlight, was wir schon jetzt an Australien schätzen. Wir haben auf der Hinfahrt einen kleinen Laden gesehen, in dem frisches Obst aus der Region angeboten wurde. Nun sind wir hier nicht am Untermain und es geht nicht um Äpfel und Birnen. Wir kauften also Papaya, Passionsfrucht und ein paar Blaubeeren. Und das Ganze wächst hier einfach so vor der Haustüre!

Gleich daneben gab es in einem kleinen Cafe Pies, die uns von Kerstin wärmstens empfohlen wurden. Das sind kleine Teigtaschen, mit verschiedener Füllung und so was von lecker!
Die ersten beiden haben wir gleich an Ort und Stelle verdrückt, die beiden anderen haben bis zum Campingplatz überlebt. Und fast hätte ich wieder vergessen, ein Bild für alle Daheimgebliebenen zu machen:

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Und der nette junge Mann in dem Laden war alleine das Geld wert. Obwohl wir ja nicht das beste Englisch sprechen, haben wir uns prächtig unterhalten – echt. Er hat von seinem Porsche erzählt, von der Werksbesichtigung und dem Mercedes Museum. Einen Kaffee zu kaufen ist hier schon ein Ereignis und wird mit einem Lächeln und dem ein oder anderen Gag begleitet. Die Leute sind einfach gut drauf und haben Spaß bei der Arbeit.

Den Nachmittag verbrachten wir mal ganz faul am kleinen Pool des Campingplatzes. Hat richtig gut getan!

Und dann mussten wir schon wieder ran: Den Ausflug auf Fraser Island buchen. War dann doch nicht ganz so einfach, weil Queensland Ferien hat. So mussten wir den Trip von geplant Mittwoch auf Freitag verschieben. Aber da finden wir schon was, was wir in den beiden Tagen anstellen können. Sicher.

Morgen geht es dann nach Hervey Bay und am Dienstag zum Whale Watching. Es wird also nicht langweilig!


The australien way of life

Ist das nicht das richtige Motto:


Camperfrühstück

 

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unter strenger Beobachtung von der Heckklappe unseres Campers aus:

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Hervey Bay, 26. September 2016

Über die Autobahn, die Australier nennen das wohl Highway ging es heute weiter nach Norden. Bis zum Ziel in Hervey Bay sollten wir etwa 2,5 Stunden brauchen. Für etwas mehr als 200 km eine gute Zeit.

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Daß die Autobahn auf einem großen Teil der Strecke mehr Straße von Haibach nach Bessenbach gleicht, stand dabei nirgends. Uns kam es aber sehr, sehr gelegen. Meist konnte man nur 80 bis 100 km/h schnell fahren und so war es auch für mich mehr Sightseeing als Autobahnfahrt.

Man merkt schon, dass es hier mehr nach dem Australien aussieht, das wir uns so vorgestellt haben. Rote Erde, trocken, eine komplett andere Vegetation. Und dabei fahren wir eigentlich in den tropischen Norden und es ist noch nicht mal Sommer. Was leider auch deutlich an Australien erinnert, sind die toten Känguruhs, die immer wieder an der Strasse liegen 🙁

Unterwegs in Maryborough wollen wir eine kleine Pause einlegen und unsere Vorräte bei Coles auffrischen. Man weiß ja nie, ob es nochmal was gibt 🙂 Bei der Gelegenheit testen wir gleich mal den australischen Subway. Ist aber auch nicht anders, als bei uns.

Kurz nach eins sind wir dann am Ziel und beziehen unseren Platz. Diesmal mit eigener Dusche und Toilette. Man muss sich ja mal was gönnen können! Und danach geht`s gleich ab ans Meer. Bis auf ein paar Minuten in Surfers Paradise haben wir noch keine nassen Füße bekommen und heute soll es dann ein Vollbad werden. Schnell noch Schwimmbrillen gekauft und ab in die Wellen. Kann man sich vorstellen, dass in den Ferien der Strand in einer Touristenhochburg so aussieht?

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Und auf der anderen Seite war genau so viel los. Also ab ins Wasser!
Warm, leichte Wellen und weit und breit keine Haie! Super!

Danach noch etwas die Sonne genießen und nach 2 Stunden zurück in den Park. Denn jetzt wollen wir gleich den nächsten Schritt zum echten Australier machen: Unser erstes Barbecue!
Das machen sie schon gut. Auf vielen öffentlichen und auch in den Campingplätzen gibt es kostenlose Gasgrills, die jeder benutzen kann. Einzige Bedingung: Hinterher wird sauber gemacht. Hier scheint das auch zu funktionieren, ich möchte aber nicht wissen, wie die in Deutschland aussehen würden. Aber so weit kommen wir leider nicht, ist für uns undenkbar.

Wir haben es  genossen: 2 Porterhouse Steaks mit Süßkartoffeln, dazu ein Bier. Lecker wars und sicher nicht das letzte Barbie.

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Jetzt müssen wir nur noch alles für Morgen vorbereiten: Da geht es nämlich zum Whale Watching. Mal sehen, was uns vor die Objektive schwimmt oder springt!

 


Whale Watching, 27. September 2016

Was für ein Erlebnis!

Schon die Fahrt raus aufs Meer war einmalig. Immer entlang am Strand von Fraser Island. Weißer Sand, Wald, blaues oder türkisfarbenes Wasser und kaum Menschen. Dafür ab und zu ein Jeep am Strand. Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich Photoshop dahinter vermuten.

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Und dann der erste Wal, bzw. eine Walmutter mit Baby. Was haben wir doch ein Glück. Sofort die Kamera im Anschlag und jedes noch so kleine Stückchen Wal, das aus dem Wasser guckt, fotografiert. Vielleicht gibt es ja nicht mehr viele Möglichkeiten? DENKSTE! In dieser Bucht wimmelt es geradezu von Buckelwalen. In den 4 Stunden unserer Tour haben wir bestimmt an die 30 gesehen.
Manche davon einfach ruhig dahinziehend, Mutter und Kind Seite an Seite,

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aber manche hatten auch richtig Spaß. Klatschten immer wieder mit der Schwanzflosse aufs Wasser, machten Rollen oder streckten die vorderen Flossen in die Luft und platschten sie mit einem riesen Knall auf die Wasseroberfläche.

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Und einige taten uns sogar den Gefallen und sprangen aus dem Wasser. Und das war dann wirklich Glück!

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Niemals hätte ich geglaubt, dass man diesen Riesen so nahe kommen kann und sie sich so ungestört im Meer tummeln. Wer diese Gelegenheit einmal bekommt, MUSS das auch erleben.

Das waren die ruhigen Riesen. Und am Nachmittag auf dem Campingplatz waren da einige der geschwätzigen Kleintiere, die wir auch nur aus der Zoohandlung kennen.

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Ein unvergesslicher Tag geht zu Ende. Mal sehen, was Australien noch für uns bereithält.


 

Auf Tour 4

Bundaberg, 28. September 2016

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Leider mussten wir unseren Ausflug nach Fraser Island auf Freitag verschieben, aber den wollten wir einfach unbedingt machen. Deshalb ist der Plan  (den wir ja gar nicht so ganz hatten) etwas durcheinander gekommen. Damit wir nach Fraser Island direkt durchfahren können, machten wir heute einen Trip nach Bundaberg. Das hieß zwar 120 km hin und wieder zurück, aber bei dieser Landschaft ist das einfach wie Sightseeing. Wir ließen es also langsam angehen und genossen jeden Kilometer der Fahrt.

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Etwa 2 Stunden dauerte es bis Bundaberg, einer Stadt in der Größe von Aschaffenburg und besonders bekannt durch die Zuckerindustrie und den bekannten Bundaberg Rum.

Schon auf der Fahrt sahen wir riesige Zuckerrohrfelder, dazwischen Schmalspur-Eisenbahnschienen, auf denen das geerntete Zuckerrohr abtransportiert wird.

Die Stadt selbst, na ja, muss man nicht unbedingt gesehen haben. Laden an Laden, aber das könnte genau so woanders sein. Und noch was haben wir gemacht: Wieder einige Traveller-Schecks in Bargeld getauscht. Das ist eigentlich nicht wert, hier genannt zu werden. Wir sind aber anscheinend die einzigen auf diesem ganzen Kontinent, die noch solche Dinger dabei haben. Die nette junge Dame am Bankschalter sagte uns gleich mal, dass sie das schon sehr lange nicht mehr gemacht habe. Tatsächlich musste dann auch eine zweite Kollegin eingreifen und nach mehreren Rückfragen und Telefonaten haben wir unser Geld nach etwa einer halben Stunde bekommen. Und wir hatten gedacht, die Gute in Brisbane hatte keine Ahnung. Falsch: Das war die schnellste Traveller-Scheck-Einlöserin in ganz Australien. Ich entschuldige mich hier noch einmal ganz öffentlich für meine schlechte Meinung!

Gut, wir sind wieder flüssig und können also in die Bundaberg Distille starten.

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Zwar hätten wir gerne eine Führung gemacht, aber das wäre einfach zu schwierig geworden. So gut ist unser Englisch dann doch wieder nicht. Also beschränken wir uns auf den Store. Vorher noch schnell bei Amazon nachgesehen und dann festgestellt: Der Rum ist bei Amazon günstiger als hier direkt beim Hersteller. Kann man verstehen, muss man aber nicht.

Also wieder zurück nach Hervey Bay. Unterwegs bleiben wir bei einem Macadamia-Nuss Hersteller stehen. Im Werksverkauf versorgen wir uns für die nächsten Tage mit Kalorien! Aber wo kann man denn Macadamia-Nüsse direkt vom Hersteller kaufen, die Bäume direkt vor der Türe?

Zurück am Campingplatz packen wir uns ein kleines Picknick und etwas zu trinken ein und genießen so den Sonnenuntergang am Meer.

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Ein weniger spektakulärer Tag, aber das kann auch nicht immer so sein.


Maryborough, 29. September 2016

Heute haben wir noch einmal einen Tag zum Verschnaufen eingelegt. Eine Tour nach Maryborough, wo wir auf der Herfahrt schon einmal einen kurzen Stop eingelegt haben. Außerdem ist dort heute Markt und das hat uns in Eumundi super gefallen.

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Schon vor 6 Uhr sind wir wach, obwohl wir heute absolut keinen Streß haben. Aber es ist hell und wir sind eben wach.

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der erste Blick nach dem Aufwachen

Das ist hier in Australien eben eine ganz andere Zeitrechnung. Es wird sehr früh hell, aber eben auch früh dunkel. So verschiebt sich der Tag einfach um ein paar Stunden nach vorne, für unsere Verhältnisse ganz ungewohnt. Da es aber schon um 18 Uhr dunkel ist, geht man eben auch früher schlafen.

Nach einem gemütlichen Frühstück geht`s los. Eine gute halbe Stunde später sind wir da. Wieder bekommen wir direkt im Stadtzentrum einen Parkplatz, noch dazu sind die hier meist kostenlos. Die Stadt an sich hat etwas von der Kolonialzeit behalten, die Hauptstraße erinnert ein wenig an alte Western. Nur die Autos zerstören das Bild, Pferde würden besser dazu passen.

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Unser Reiseführer sagt zu Maryborough, dass die Stadt neben Hervey Bay irgendwie von den Touristen vergessen wird. Und genau so ist es wirklich. Auch der Markt ist sehr klein, nicht vergleichbar mit dem in Eumundi. Aber auch da gab es wieder die kleinen Überraschungen, die das Land liebenswert machen:

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Live Country Music auf dem Markt von Maryborough

Die Läden sind viele Restpostenshops und oft in asiatischer Hand. Aber die Stadt hat Charme.

Auf dem Markt haben wir es dann getan: Unsere erste German Sausage, die deutsche Bratwurst. Irgendwann musste es ja mal sein, warum dann nicht hier. Und wie zu erwarten war: Die Verkäuferin war eine Deutsche, seit 16 Jahren in Australien.

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Annette entschied sich für die klassische, deutsche Variante: Bratwurst im Brötchen mit Senf. Wobei das Brötchen irgendetwas zwischen ungetoastetem Weißbrot und Burgerbrötchen war. Auf jeden Fall viel zu labbrig.
Ich habe mich natürlich für die australische Variante entschieden: Bockwurst mit Zwiebeln und Sauerkraut. Na ja, die Wurst war echt gut, die Zwiebeln auch, aber das Sauerkraut hätte ich nicht gebraucht. Aber jetzt ist auch diese Erfahrung abgehakt.

Lustig war, dass die Verkäuferin auf meine Frage „Essen die Australier denn Bratwurst mit Sauerkraut?“ antwortete: „Sie essen das, weil sie denken, die Deutschen würden das so essen!“
Kann denn niemand den Australiern das mal erklären, mit der Bratwurst und dem Sauerkraut???

Am Nachmittag kommt dann tatsächlich der vorhergesagte Regen, weshalb wir unsere Tour nach Fraser Island auf Morgen verschoben haben. So liegen wir gemütlich im Camper und hoffen, dass wir unsere Lammsteaks, die wir im Woolworth gekauft haben, dann doch noch grillen können. Für die nächsten beiden Tage steht der Camper nämlich stromlos vor dem Campingplatz und wir sind nicht sicher, ob die Batterie so lange durchhält. Der Kühlschrank muss also leer werden.

Gegen 5 Uhr lässt der Regen dann tatsächlich nach und hört später ganz auf. Außerdem: Bei schönem Wetter kann jeder Grillen.

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Sieht doch wieder lecker aus – oder?


Auf Tour 5


Fraser Island, 30.September 2016 Teil 1

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Lake McKenzie auf Fraser Island
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Lake Wabby
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75-Mile-Beach. Ein offizieller australischer Highway!

Heute nur ein paar Bilder, da wir noch auf Fraser Island sind und nur das Handy dabei haben.
Aber Morgen gibt es dann die ganzen zwei Tage. Und es gibt viel zu erzählen.

Von hier aus auch noch einmal ganz besondere Grüße an das Geburtstagskind!


Fraser Island, 30. September 2016 Teil 2

WOW!
Wir haben zwei Tage auf der größten Sandinsel der Welt verbracht. Was wir alleine in diesen beiden Tagen erlebt haben, reicht eigentlich für einen ganzen Urlaub. Ich habe ja schon mehrmals „sensationell“, „super“ oder ähnliches gebraucht, aber hier ist es einfach nicht anders zu beschreiben.

Mit der Fähre ging´s früh von River Heads auf die Insel, nachdem uns der Bus um 7:25 h abgeholt hatte.

Kurz vor dem Ablegen erwischte uns noch ein richtiger Schauer, der anscheinend noch von der Nacht übrig geblieben war. Zum Glück haben unsere Rucksäcke Regencapes und wir unsere Hüte. Wir sind zwar trotzdem nass geworden, aber unser Zeug ist trocken geblieben.
Der Einstieg hätte besser laufen können! Ein paar Minuten später war aber schon wieder alles vorbei und die beiden Tage gab es nur strahlenden Sonnenschein.

Auf Fraser Island wartete schon Darren, unser Guide und Busfahrer für die beiden Tage mit seinem Off-Road-Bus. Das wir den brauchen würden, haben wir schon nach ein paar Minuten gemerkt.

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M.A.N. Bus 8 Liter mit 295 PS und Allrad.

Mir fehlt irgendwie der Vergleich, aber das, worauf wir durch den Regenwald gefahren sind, würde bei uns nicht mal als Feldweg durchgehen. Und außer einem Traktor würde darauf niemand, aber auch gar niemand fahren, der halbwegs bei Vernunft ist.

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Leider nicht scharf, aber bei dem Gewackel…

Dazu kommt dann noch, dass die Wege so eng sind, dass regelmäßig die Äste links und rechts an die Scheiben schlagen. Die Bäume sind oft keine 20 cm vom Bus entfernt, was den Fahrer aber nicht davon abhält, mit einem Affenzahn da durch zu rasen. Ich schwör´s das waren oft sicher an die 50 km/h. Auf einer ausgefahrenen Sandpiste, rechts und links Wald – oder auch mal eine Böschung auf beiden Seiten – und natürlich Gegenverkehr! Dafür sind alle paar hundert Meter Ausweichstellen.

Nun ballert der da über die Pisten, warnt uns vor ein paar „bumps“ (er meint Bodenwellen) und wir sollen doch bitte aufpassen, dass wir uns nicht die Köpfe gegenseitig anschlagen, es könnte durchaus etwas schaukeln. Gleichzeitig erzählt er ununterbrochen über die Geschichte der Insel und macht seine Witzchen. Unglaublich. Man muss aber auch dazu sagen, dass die Busse die schnellsten hier auf der Insel sind und alle anderen gerne stehen bleiben, um sie vorbei zu lassen.

So geht es also los und ich komme aus dem Staunen nicht heraus. Entweder er düst durch den Wald, oder er ackert sich durch den Sand, dass es nur so staubt und kämpft sich mit durchdrehenden Reifen die Hänge hinauf. Und wie gesagt, dabei erzählt er locker seine Geschichten.

Unser erstes Ziel an diesem Tag ist Lake McKenzie. Ein Süßwassersee mitten auf der Insel und ein Bild wie im Märchen. Das glaubt man nicht.

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Panorama anklicken, dann vergrößern und geniessen!

Hier haben wir etwas Zeit zum Baden, was ich natürlich auch genossen habe, obwohl es am Anfang ganz schon kalt war. Aber so ein klares Wasser sieht man nicht oft, außerdem ist es ein Süßwassersee.

Nach der Badepause gehts weiter zum Eurong Beach Resort, dem Hotel, in dem wir heute übernachten werden. Davor gibt es aber noch einen wunderbaren Stop in Central Station. Dort führt uns Darren ein Stück in den Regenwald und erzählt uns viel über die einmaligen Satinay Pinien, die es nur noch auf Fraser Island gibt. Danach gehen wir etwa eine halbe Stunde durch das Tal, in dem der heilige Fluß der Aborigines fliesst.

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Regenwald bei Central Station

Eine wunderschöne Tour und ein guter Maßstab, wie die Australier so drauf sind. Darren meinte nämlich am Anfang, es wäre ein ganz einfacher Weg, also ist es egal welche Schuhe man anzieht. Flip-Flop sind absolut o.K! Ich sage Euch, jeder deutsche Reiseleiter würde unbedingt zu Wanderschuhen (nein, keine Turnschuhe!), am besten knöchelhoch raten und zu besonderer Vorsicht beim Gehen auffordern! Es ging echt über Stock und Stein, Wurzeln am Boden, quer liegende Bäume, unter Lianen hindurch und am Ende einen Hang hinauf. Übrigens hatten wir auch Flip-Flops an!

Im Hotel gibt es Mittagessen. Leckeres Buffet! Und dann geht es gleich weiter.
Wir sind übrigens immer pünktlich los gekommen. Darren hat am Anfang angekündigt, dass jeder, der 5 Minuten zu spät kommt, ein Lied singen müsse, bei 10 Minuten sind es zwei und bei 15 Minuten so viele er will, denn dann ist der Bus weg! Hat anscheinend funktioniert. 🙂

Und weiter zum nächsten Badestop. Lake Wabby. Komisch, erinnert mich immer an Wally von Crocodil Dundee 🙂

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Lake Wabby

Der See ist bei weitem nicht so schön, wie der Lake McKenzie und dafür mussten wir 45 Minuten laufen. Und das komplett über lockeren Sand. Logisch, wir sind ja auch auf einer Sandinsel. Es war wirklich ein schöner Weg, aber er war auch schön anstrengend. Alleine die letzten paar hundert Meter gingen über eine wüsten ähnliche Düne. In der prallen Sonne!

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Der Weg zum Lake Wabby

Aber zumindest habe ich hier auch den zweiten See genossen. Kalt und ganz grünes Wasser voller Fische.

Nun aber zurück ins Hotel. Natürlich, genau wie auf dem Hinweg über die Autobahn. Also den Strand. Auch das ist für uns unvorstellbar. Die Jungs ballern da mit 100 Sachen auf dem Sand entlang. Es gibt sogar Geschwindigkeitsbegrenzungen. AM STRAND!

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75 Mile Beach
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Höchstgeschwindigkeit 80 km/h. AM STRAND!

Immer wieder spritzt das Wasser hoch, manchmal müssen wir auch in den tiefen Sand ausweichen und da geht es dann schon recht schwerfällig weiter.

Im Eurong Beach Resort angekommen, erwartet uns ein klasse mexikanisches Buffet und dann ganz schnell unser Bett. Wir sind heute seit 6 Uhr nonstop unterwegs und ganz schön platt.

Das war also Tag eins auf Fraser Island. Den zweiten Tag gibt es erst Morgen, denn da haben wir nur einen Fahrtag vor uns und sonst nichts zu erzählen.


Fraser Island, 01. Oktober 2016

Der zweite Tag auf Fraser Island begann spektakulär. Wir sind extra um halb 5 Uhr aufgestanden, um den Sonnenaufgang am Strand zu erleben. Darren hatte ihn für 5:40 h angekündigt. Zum Glück waren wir aber schon 20 Minuten früher am Strand und kamen gerade rechtzeitig.

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Sonnenaufgang am Strand von Fraser Island

Nun gings zum Frühstück, was wir auch wieder mal genossen haben: Ein richtiges Buffet. Da kann unser Frühstück „Light“ der letzten Tage doch nicht mithalten.

Um 07:30 h gings wieder ab in den Bus und auf die „Autobahn“ nach Norden. Dieses Mal aber mit noch mehr Speed, weil gerade Ebbe war und der Sand dort, wo sonst das Wasser ist, viel fester und tragfähiger ist. Nach ein paar Kilometern ein erster Stop. Wer möchte, kann hier mit einem Kleinflugzeug eine Runde über Fraser Island drehen.
Die Startbahn ist natürlich der Strand. Oder die Autobahn, je nachdem, wie man es nennen will. Es wird einfach ein Bereich für die Autos gesperrt und schon hat man einen Flughafen. Das gibt es angeblich nur zwei mal auf der Welt! Lange haben wir nicht überlegt! Und das war gut so.

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Die Startbahn auf Fraser Island
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Nach der Landung. Das zweite Flugzeug landet fast direkt über uns.
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75 Mile Beach auf Fraser Island

Von oben ist z.B. der Lake McKenzie noch beeindruckender. Natürlich ging es auch kurz aufs Meer, wo wir wieder mehrere Wale und zum ersten Mal auch Delfine sehen konnten. Nach 15 Minuten dann wieder zurück in den Bus und weiter am Strand zu den Pinnacles, Felsen aus farbigem Sand.

Jetzt sahen wir auch unseren ersten (und einzigen) Dingo.

dingoDas ist wohl nicht ganz so einfach mit den Wildhunden.
Gleich zu Anfang wurden wir deutlich darauf hin gewiesen, dass es verboten und auch gefährlich ist, Essen mit an den Strand zu nehmen. Es gab wohl schon mehrere Angriffe von Dingos und so stehen überall auf der Insel Hinweise, wie man sich diesbezüglich zu verhalten hat. Auch der Hotelbereich ist komplett eingezäunt und die Zufahrt geht über ein Kuhgatter, das noch zusätzlich mit stromführenden Drähten gesichert ist. Die Australier haben schon Respekt vor den Dingos.

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Mit einer kurzen Pause in Cathedral Beach (hier lief seelenruhig eine etwa 80 cm lange Echse über den Campingplatz) war unser nächsten Ziel Indian Head, der nördlichste Punkt unserer Tour. Von dort hat man einen fantastischen Blick aufs Meer. Direkt unter uns konnten wir eine riesige Gruppe Delfine beobachten, weiter draußen natürlich mehrere Wale und nah am Strand angeblich einen Hai. Zu erkennen war nur ein großer dunkler Schatten im seichten Wasser, der sich langsam bewegte, aber unser Guide war sich absolut sicher, dass es ein Hai war. Nachdem er sogar schon gesehen hatte, dass Haie mit den Wellen ans Ufer gespült wurden, meinte er: „Ich habe mir neue Flip-Flops gekauft und wenn die Sohle dieser Schuhe vom Wasser überspült ist, habe ich das Gefühl, zu weit draußen zu sein!“

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Delfine vor Indian Head auf Fraser Island
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Blick von Indian Head auf Fraser Island und den 75 Mile Beach

Auch Indian Head ist wieder ein Beispiel für die Lockerheit der Aussies. Da stehst Du vor einer vielleicht 80 Meter fast senkrecht abfallen Klippe und siehst nirgendwo ein Geländer oder einen Zaun. Lediglich ein paar Betonklötze mit einem Hinweis, nicht näher nach vorne zu gehen, sichern das Alles ab.
Und es geht! Nach deutschen Maßstäben dürfte schon kein einziger Australier mehr leben, ohne all die Verbote, Einschränkungen, Vorschriften und Regelungen…

Auch wir und mit uns die ganze Gruppe sind wieder sicher unten angekommen und gleich unterwegs zum nächsten Badestopp: Die Champagne Pools. Natürliche Felsbecken am Strand, gefüllt mit Meerwasser. Dort war die Zeit leider etwas kurz und da gerade Ebbe war, war es etwas schlecht mit dem Champagne. (Bei Flut rauschen die Wellen in die Pools und es blubbert dann echt wie Champagner)

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Auf dem Rückweg mussten wir natürlich den unvermeindlichen Stopp am Wrack der Maheno machen. Ein riesiges Schiff, das dort schon seit Juli 1935 am Strand liegt und ganz langsam vor sich hin rostet.

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Das war dann auch schon die vorletzte Station. Unseren letzten Aufenthalt hatten wir am Eli Creek, einem ganz langsam dahinfließenden Flüsschen, dass Süßwasser ins Meer transportiert. Hier gab es ein vorbereitetes Mittagessen und wir hatten 90 Minuten Zeit.

Darren hatte sogar aufgepumpte Autoschläuche eli-creekmitgebracht, mit denen wir uns den Creek herunter treiben lassen konnten. Eigentlich ist das ja nicht mein Ding, aber ich wollte unbedingt alle 4 Badestationen mitmachen. Also habe ich es probiert.
Na ja, es hat etwas gedauert und ich habe ein paar Leute zum Lachen gebracht, weil es mich 2 oder 3 mal aus diesem blöden Ring geschmissen hat. Aber ich sehe das mal als gute Tat 🙂 Dann ging es aber los. Gut, der Creek war entspannter als ich, aber ich bin unten angekommen.

Danach blieb uns nur noch der Rückweg über das Eurong Resort und zum Anleger der Fähre. Auch das war wieder ein wenig Rallye Paris-Dakar und Darren hatte sichtlich seinen Spaß dabei, uns auf den 15 Kilometern durch den Regenwald noch einmal so richtig durchzuschaukeln.

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Pünktlich für die letzte Fähre um 17:15 kamen wir am Kingfisher Bay Resort an. Hier endete der zweite Tag auf Fraser Island so, wie er 12 unvergessliche Stunden vorher begonnen hatte. Nur ging dieses Mal die Sonne unter.

Auch diese beiden Tage waren wunderbar, mit Bus-Rallye, Walen, Delfinen und Dingos. Und ich habe den Insel Grand-Slam aus Lake McKenzie, Lake Wabby, Champagne Pools und Eli-Creek geschafft. (Was nicht alle von uns beiden von sich sagen können 🙂 )

Meine Meinung zu Fraser Island: Ein unbedingtes Muss, wenn man hier an der Ostküste Australiens ist. Und ich würde auf jeden Fall wieder die 2-Tages-Tour machen.

 

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Bruce Highway, 02. Oktober 2016

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Heute stand uns ein langer, anstrengender Tag bevor. Wir wollten, oder besser mussten einmal ein paar Kilometer hinter uns bringen. Durch den einen Regentag haben wir etwas Rückstand und Bundaberg ja schon zwischendurch besucht. So stand heute auf dem Programm, mindestens bis Rockhampton zu kommen, besser aber sogar bis Cape Hillsborough. Dort soll es beim Sonnenaufgang Känguruhs am Strand geben und das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Wir verlassen also Hervey Bay schon um 07:15 Uhr, weil wir uns vorgenommen haben, nicht in der Dunkelheit zu fahren. Die vielen toten Känguruhs am Strassenrand bestätigen das, was wir vorher schon gelesen hatten. Auch heute sehen wir leider wieder eine ganze Menge davon, aber auch unser erstes frei lebendes! Dazu, keine Ahnung, ob das hier üblich ist eine Schildkröte, die mitten auf dem Bruce Highway langsam über die Strasse wandert. Ich hoffe mal für Sie, dass sie auch heute noch wandern kann!

Kurz nach 12 sind wir in Rockhampton. Dort müssen wir erst mal unsere Vorräte auffüllen, weil wir durch die beiden Tage auf Fraser Island den Kühlschrank fast leer gemacht haben. Zusammen mit einem kleinen Imbiß kostet uns das etwas 1 1/2 Stunden und um 13:30 geht es weiter auf den Highway.

 

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Was soll ich sagen, wir spulten Kilometer um Kilometer ab und näherten uns immer mehr Cape Hillsborough. Auch wenn wir fast nur Autobahn gefahren sind, war es doch nie langweilig. Einerseits ist die Autobahn hier maximal eine etwas breitere Landstrasse und wir dürfen höchstens 110 fahren, andererseits ist die Gegend so abwechslungsreich, mit immer neuen tollen Aussichten, dass wir einfach aus dem Staunen nicht herauskommen. Wir sind teilweise für viele Kilometer das einzige Auto auf dem Highway und wenn der böige Seitenwind nicht gewesen wäre, hätte es noch viel schöner sein können.

Es lief also und wir sind um kurz vor 6 am Campingplatz in Cape Hillsborough. Nach fast 800 Kilometern. Das Büro hat schon geschlossen, aber das ist für uns ja kein Problem.

Also mal kurz angerufen. Wir sind jetzt da und hätten gerne eine powered site, also einen Stellplatz mit Stromanschluss.

Hätten wir gerne, kriegen wir aber nicht. Der Campingplatz ist komplett ausgebucht!

Na Prima, jetzt müssen wir improvisieren.
Zum Glück haben wir Internet-Empfang und finden einen Campingplatz nur wenige Kilometer entfernt. Swalleys Campground. Das Navi findet die Strasse, oder besser den Schotterweg, der bergab in den Wald führt. Nach ein paar hundert Metern sind wir echt kurz davor, wieder umzudrehen, doch dann steht da tatsächlich ein Hinweisschild. Also weiter, inzwischen ist es stockdunkel.

Mitten im Wald ist dann eine Art Parkplatz und wir riefen die Nummer an, die dort für Reservierungen zuständig ist. Auch ausgebucht! Aber hier ist doch alles frei, frage ich sie. Nein, es ist alles ausgebucht und sie kann uns keinen Stellplatz anbieten. MIST!
Wir überlegen gerade, was wir machen, da steht eine junge Frau mit Stirnlampe im Scheinwerferlicht und winkt uns zu.
Alles kein Problem meint sie, wir könnten hier ruhig stehen bleiben. Ein paar Meter weiter ist der eigentliche Campingplatz, aber vor 8 Uhr kommt sicher kein Ranger zur Kontrolle. Dann sollten wir so tun, als wären wir gerade angekommen und hier zum Fischen. „Habt Ihr denn eine Angelrute?“ „Nein!“ „Oh, das ist dann eher schlecht!“ „Aber wir haben eine Kamera und könnten ja zum fotografieren hier sein.“ „Klasse Idee, das funktioniert“. Das mal als Kurzfassung für mindestens 10 Minuten Einweisung ins Wild campen.

Und genau das haben wir dann gemacht. Zum ersten mal wild gecampt. Wir wussten nicht mal genau, wo wir waren, aber es war irgendwie kein Problem. Typisch Australien. Ich glaube, das Wort Problem haben die gar nicht!

Da wir am Morgen eh bei Sonnenaufgang am Strand sein wollten, war uns der Ranger natürlich total egal!

Auf Tour 6

Airlie Beach, 03. Oktober 2016

Alles gut gegangen. Keine Ranger, keine Mücken. Um 5:15 werden wir vom Wecker aus dem Schlaf gerissen. Wir wollen doch zu den Känguruhs. Aber zuerst einmal sehen, wo wir gestern überhaupt gelandet sind:

Gar nicht so schlecht, sogar mit Meerblick direkt aus dem Bett. Das hätte sicher extra gekostet 🙂 Sorry Ranger, aber Du warst zu spät!

Am Strand ist es dann wieder einmalig. Die Känguruhs sitzen dort im Sand und lassen sich die Sonne aufs Fell scheinen. Die Leute drum herum stören sie in keinster Weise. Zusammen mit dem Sonnenaufgang – sensationell!

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Nun frühstücken wir dort am Strand. Von einem öffentlichen Grill gibt´s Spiegeleier mit getoastetem Brot.

Nur der Kaffee muss ausfallen, denn ohne Strom wird das nichts mit dem Wasserkocher. Aber wir haben ja unseren Orangensaft. Und danach wird sauber gemacht und los.

Heute haben wir nur ein kleine Tour bis Airlie Beach.

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Der erste Teil wird aber schon wieder zur Überraschung. Unser Navi kennt Straßen, die eigentlich keine sind. Doch, doch, wir sind ja in Australien.

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Etwa 10 Kilometer geht es so. Immer schön vorsichtig. Also wir. Ein paar Aussies überholen uns, dass es nur so staubt.

Der Rest der Fahrt verläuft dagegen absolut ruhig. Einmal tanken und genießen. Airlie Beach erreichen wir schon kurz vor 10 und jetzt sind wir den Tropen schon näher gekommen. Es ist warm und feucht.

Auf dem Campingplatz können wir uns sogar noch einen Platz aussuchen. Echt schön. Jeder Stellplatz mit Palmen vom anderen getrennt. Enten laufen herum und Papageien sitzen in den Bäumen.
Das hat etwas vom Tropenhaus in Frankfurt.
Jetzt machen wir es uns mal richtig gemütlich, entspannen und geniessen den Nachmittag. Kurz in den Pool, zum Mittagessen leckere, selbst gegrillte Burger und danach einen Kaffee.

Jetzt ist es kurz vor 8 und stockdunkel. Wir sitzen noch vor dem Camper und planen die nächsten Tage.

Also ich wäre ein wenig neidisch auf uns, wenn ich jetzt nicht hier wäre 🙂


Airlie Beach, 04. Oktober 2016

HEUTE RUHETAG!

So könnte das Motto für heute lauten. Da das Wetter nicht so ganz sicher ist, wollten wir lieber keinen Trip auf die Whitsunday Islands machen. Das wäre dann doch zu schade gewesen. Whiteheaven Beach und Regen oder Wolken? Nein Danke. Dann lieber einen Tag gewartet und in vollen Zügen genossen.

Heute früh war es dann auch tatsächlich wolkig und hat sogar ein paar Tropfen geregnet. Am Nachmittag ist der Himmel aber schon wieder strahlend blau und es ist wunderbar warm. Also alles richtig gemacht!
Für Morgen ist die Vorhersage super gut.

So haben wir also erst einmal in Ruhe gefrühstückt und sind dann nach Airlie Beach gefahren. Erst ein gemütlicher Bummel im Yachthafen mit einem tollen Kaffee.

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Danach haben wir unsere Tour für Morgen gebucht: Um 6:05 Uhr werden wir zur Fahrt auf die Whitsundays und Whiteheaven Beach abgeholt und danach gibt es einen Rundflug über die Inseln bis zum Great Barrier Reef. Eine Stunde genießen!

steakIn  Airlie Beach haben wir dann bei einem Stadtbummel unser erstes australisches (nicht selbst gegrilltes) Steak verdrückt. Das können sie auch!

Nun noch schnell für die nächsten Tage einkaufen. Da wir morgen den Camper hier stehen lassen können, haben wir Strom und können den Kühlschrank beruhigt auffüllen. Ohne Strom hält er zwar auch etwa 2 Tage, aber wir wollen es lieber nicht drauf ankommen lassen, bei diesen Temperaturen. Morgen sind 26-33 Grad vorhergesagt!

maggiUnd noch etwas muss ich hier los werden.

Maggi ist international.
Hätte ich echt nicht gedacht, aber bei Woolworth steht er im Regal!
Woolworth ist hier übrigens ein Markt wie bei uns Edeka, also schon anders als unser „Wollwort“ 🙂

Aldi gibt es übrigens hier im Norden nicht mehr. Der nördlichste Punkt ist Bundaberg und dann wars das mit dem großen „A“. Allerdings ist unsere Mobilfunkkarte von Aldi und die funktioniert auch hier oben klasse. Bisher hatten wir fast immer (bis auf Smalleys Campground) schnelles mobiles Internet. Aber die 8 GB werden wohl nicht reichen…

xxxx-bierDen gemütlichen Nachmittag beschließen wir noch einmal am BBQ. Heute gibt es Burger vom australischen Wagyu Rind. Auch lecker, aber jetzt nicht unbedingt so viel besser.
Dazu ein XXXX Bier.
Und obwohl es jetzt erst 7 Uhr Abends ist, ist es schon etwa eine Stunde dunkel und wir denken schon langsam ans Schlafen gehen. Aber auch wenn wir morgen um 5 Uhr raus müssen, geniessen wir doch noch ein wenig die warme Nacht.

Gegen die Mücken haben wir auch vorgesorgt. Wir sind praktisch in „OFF“, der australischen Variante von Autan, gebadet 🙂 Aber auch das kann die Viecher nicht ganz davon abhalten, unser deutsches Blut zu saugen. Das werden die ja auch nicht allzu oft kriegen? Egal, bis jetzt ist es noch kein Problem, auch wenn wir schon einige Stiche abbekommen haben und Annettes Fuß ein wenig angeschwollen ist.


Whitsundays 05. Oktober 2016

Aufstehen um 5 Uhr! Aber das haben wir ja so gewollt.

Um 06:05 Uhr werden wir für den ersten Teil des Tages abgeholt. Ein halbtägiger Ausflug mit dem Schiff durch die Whitsunday Islands und dann zum berühmten Whiteheaven Beach.

Wir sind schon kurz vor 6 an der Bushaltestelle – und der Bus steht schon dort. Und das ist keine Ausnahme. Es klappt hier alles wie am Schnürchen. Hoffentlich bleibt es so.

Also los und um 7 Uhr zum Terminal der Cruise Whitsundays.

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Mit einem Katamaran fahren wir zuerst nach Daydream Island und dann nach Hamilton Island, wo jeweils ein paar Leute ein- und aussteigen. Um 9 Uhr sind wir am wirklich fast weißen Strand von Whiteheaven Beach. Der Sand besteht zu fast 99 Prozent aus Silikon und es quietscht richtig beim Laufen.

Das Beste ist aber das Wasser! Türkis-Blau und glasklar und nicht allzu kalt. Also gleich mal rein. Auf dem Schiff haben wir sogar Schutzanzüge gegen die gefährlichen Quallen bekommen, aber eigentlich ist noch keine Saison. Da die meisten anderen ohne die Dinger ins Wasser gehen, machen wir das auch. Super schön, aber leider kein einziger Fisch. Das hätte ich mir schon gewünscht.

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Irgendwann muss ich diesen Stingersuit aber doch einmal anziehen. Mann, ich sehe aus wie eine Leberwurst in dem Ding. Zum Glück kennt mich hier keiner und Bilder wird niemals jemand sehen!!!!

So vergehen die 2 Stunden ruck-zuck. Aber ganz ehrlich: Das reicht auch, denn es ist hier richtig heiß und kein Schatten weit und breit, da man nicht in die Wälder hinter dem Strand gehen darf.

sea-questMit dem Schiff geht es wieder zurück nach Airlie Beach.
Interessant ist, dass der doch recht ordentliche Katamaran fast bis direkt ans Ufer fahren kann und wir direkt mit einer Gangway trockenen Fusses an den Strand gehen können.

Unterwegs haben wir einen kleinen Zwischenstopp auf Daydream Island. Um uns die Zeit zu vertreiben, laufen wir einfach planlos etwas in der Hotelanlage herum und entdecken eine echte Attraktion: Mitten in der Anlage gibt es ein Meerwasserbecken mit allem, was das Riff zu bieten hat: Haie, Rochen, Stingrays, Korallen und allerlei bunten Fischen.

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Zurück in Airlie Beach geht es direkt weiter zur nächsten Aktion. Wir werden von GLS Aviation zu unserem einstündigen Rundflug über die Whitsundays und das Great Barrier Reef abgeholt.
Whiteheaven Beach, das Great Barrier Reef mit dem Herz und all die wunderschönen Inseln der Whitsundays. Da sagen Bilder mehr als alle Worte…

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Und davon gibt es noch viele, viele andere. Übrigens: Alle Bilder hier sind NICHT bearbeitet. Ich mache sie nur etwas kleiner, das wars aber auch schon. Für mehr habe ich gar keine Zeit!

Damit ist auch dieser Tag zu Ende. Wir grillen uns noch ein Porterhouse Steak und lassen die Eindrücke des heutigen Tages auf uns wirken.

Und ihr Schnaken könnt mich mal: Ich habe jetzt Socken, Jogginghose und Sweatshirtjacke an. Versucht doch mal, da noch irgendwo ein Stückchen Haut zu finden. 🙁 Meine Beine sehen aus wie… keine Ahnung, was so aussieht, aber es ist ein Stich neben dem anderen)


Auf Tour 7

On the road 06. Oktober 2016

Gestern Highlight, heute Arbeit!

Zwischen Airlie Beach und Cairns haben wir nur noch einen Stopp geplant. Eine Übernachtung in Mission Beach. Damit wir genügend Zeit für die Fahrt haben, starten wir schon um 07:15 Uhr. Geplant war eigentlich 7 Uhr, aber das schaffen wir leider nie…

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Auch diese 500 Kilometer sind nie langweilig geworden. Die Landschaft wird zuerst fast steppenähnlich, obwohl wir ja in Richtung Tropen fahren. Riesige Rinderweiden mit hunderten von Tieren, die sich aber auf der endlosen Fläche verlieren.

Zuckerrohrfelder, wahrscheinlich so groß wie Unterfranken, wechseln sich mit Bananenplantagen ab. Immer wieder sehen wir Schilder, die verbieten, die Pflanzen in den jeweils anderen Bereich mitzunehmen. Sie nennen das Quarantäne. Also kein Zuckerrohr im Bananengebiet und umgekehrt.

Der Bruce Highway ist mittlerweile nur noch eine mittelprächtige Landstrasse, das zugelassene Tempo ist trotzdem 100. Selbst im Bereich von engen Brücken, und die sind wirklich eng, stehen nur vorher riesige Hinweisschilder. Es könnte eng werden, aber deshalb muss man ja nicht gleich die Geschwindigkeit begrenzen. Und so rauschen die übergroßen LKW´s mit 100 Sachen durch die Engstelle. Hier dürfen nämlich alle gleich schnell fahren. So kann es locker sein, dass dich mal ein Pickup mit Bootsanhänger überholt, obwohl du mit 110 unterwegs bist. (Und das auch noch rechts 🙂 )

Und das dickste sind die Wohnmobile in Reisebusgröße, die hinten ihren Pickup angehängt haben. Anders, als wir es kennen, stehen die aber nicht auf einem Hänger, sondern sind direkt mit einer Deichsel angehängt. Und dann mit 110 ab durch die Mitte.

pieWir kommen gut voran und um 11 Uhr sehen wir an der Strasse einen kleinen Laden mit Pies. Sofort gebremst und links ran! Das war eine gute Idee, die Dinger waren wieder super lecker!

Je weiter wir kommen, desto grüner wird die Vegetation und es wird auch wärmer. Unterwegs kaufen wir uns an einem Rastplatz eine Ananas und etwas weiter ein paar Bananen. Direkt vom Bauern sozusagen. Dabei war da gar kein Bauer. Es stehen einfach kleine Buden mit den Früchten da, einem Schild mit dem Preis und einer Kasse.

Bei den Ananas war sinngemäß ein Hinweis mit: „Sei ehrlich und wenn Du nicht ehrlich bist, dann lächle wenigstens für die Kamera“ Wobei natürlich gar keine da war.

werbungInsgesamt sind die Sprüche hier echt lustig: Mal steht „Survive this drive“ und wir haben auch gelesen „Take a Rest or R.I.P“. Und auch die Werbung hat Humor.

Wir halten kurz an einem ausgeschilderten Aussichtspunkt und sehen jetzt das dunkle, satte Grün der Wälder.

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Auf dem letzten Stück vor unserem Campingplatz sehen wir dann zum ersten Mal Hinweise auf den Helmkasuar, der sehr selten, aber hier wohl doch häufiger anzutreffen ist. Mal sehen, ob uns noch einer vor die Linse läuft.
Ganz nebenbei hockt ein Känguruh am Strassenrand und vergnügt sich am fetten Gras. Von den Autos lässt es sich mal absolut gar nicht beeindrucken.

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Diese Unbekümmertheit ist wohl auch der Grund, warum hier so viele dieser Tiere überfahren werden. Auch heute, wie jeden Tag, haben wir wieder unzählige am Straßenrand liegen sehen.

kokosnuesseUm  halb drei sind wir in South Mission Beach angekommen. Noch ein kurzer Besuch bei Woolworth, damit das Abendessen gesichert ist und dann beziehen wir unseren Platz. Zum Meer haben wir nur ein paar Meter und wir hören das Rauschen vom Auto aus.

Nun noch kurz den Trip nach Kuranda für übermorgen gebucht und den Handyvertrag neu aufgeladen. 8GB Datenvolumen waren wohl doch zu wenig. Aber das funktioniert mit der Aldi Karte problemlos. Innerhalb von ein paar Minuten ist das Guthaben aktiviert…


Mission Beach – Cairns 07. Oktober 2016

Ziel erreicht!

Heute sind wir am ersten Endpunkt unserer Reise angekommen. Wir werden zwar wahrscheinlich noch etwas weiter in den Norden fahren, aber dann wieder hier nach Cairns zurück kommen.

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Zwischen Mission Beach am Morgen und jetzt Cairns haben wir wieder eine Vielzahl von Eindrücken des Landes bekommen. Die Strecke war heute nicht so lang und so sind wir einfach mal ins Hinterland gefahren und haben dort einige interessante Stationen gemacht.

Bis zu unserem ersten Halt, der Mungalli Creek Dairy,

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Mungalli Creek Dairy, eine kleine, aber feine Milchfarm

einer kleinen Milchfarm, die eigenen Käse und Yoghurt verkauft, hatten wir gleich mehrere, ungeplante Stopps. Hinter jeder Biegung ein neuer Blick, einer schöner als der andere. Also in die Bremse, links ran und ein paar Bilder gemacht. So vielfältig wie heute war bisher noch kein Tag.

Es fing an mit riesigen Zuckerrohrfeldern. Die Ernte ist gerade am Laufen und überall fahren LKW´s, Traktoren und Züge.

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Dann kamen die Bananen. Natürlich wieder riesige Plantagen. Die Bananen hängen schon richtig voll und auch hier ist die Ernte schon angelaufen. Hier und da werden am Straßenrand welche verkauft.

Die meisten sind in Plastikfolie eingepackt, aber manchmal fehlt sie doch… Das Einpacken übernehmen gerade zwei Arbeiter mit seltsamen Maschinen
Dazwischen dann auch einmal Mangos, die ebenfalls an einer Art Baum wachsen.mango

Und weiter geht es in die Atherton Tablelands. Weite Felder, offene Landschaften und immer wieder Rinder, die sich auf den unendlichen Weiden verlieren.
Es ist schwer, diese Landschaft zu beschreiben, ich will einfach ein paar Bilder zeigen, die zumindest einen Teil davon wiedergeben, was wir heute erlebt haben.

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Ein paar Kilometer weiter steht ein kleines Häuschen am Straßenrand, in dem Tee angeboten wird, der direkt dahinter wächst.

 

Der nächste planmäßige Halt ist dann an den Millaa Millaa Falls, einem millaa-millaa-1Wasserfall in den Tablelands. Dort haben wir echt Glück. Wir sind mit wenigen anderen Touristen alleine dort unten. Aber nach etwa einer halben Stunde kommen zwei Kleinbusse mit irgendwelchen Asiaten. Von denen gibt es hier erstaunlich viele. Und jetzt war es vorbei mit der Ruhe. Es setzt sofort ein Geschnatter ein, das ist unglaublich. War aber egal, wir hatten schon genügend Zeit, das Fleckchen Erde zu geniessen.

Schon bei der Planung hatten wir viel von Jaques Cafe in Mareeba gehört.

Heute hat es so gut auf die Tour gepasst, dass wir den Besuch vorgezogen haben. Es liegt vielleicht 5 Kilometer von der Hauptstrasse entfernt mitten in den Kaffeeplantagen, ist aber super leicht zu finden weil bestens ausgeschildert. Der Kaffee ist echt lecker und wir haben dort auch sehr gut gegessen. Man sitzt draußen, im Hintergrund plätschert ein Brunnen und es läßt sich dort gut aushalten.
Auch dort ist die Bedienung aus Deutschland und am Ende läßt sie uns noch den hauseigenen Kaffeelikör probieren. Nicht schlecht… Mal sehen, was unsere Reisetasche dazu sagt. Heute Abend müssen wir mal wiegen, was wir schon alles eingekauft haben 🙂

Aber das war ja noch nicht alles. Kommen wir doch unterwegs nicht an einem „Werksverkauf“ von Erdnüssen vorbei? Ich weiß nicht, wie viele Sorten die hatten, aber die meisten kannten wir noch nicht.
Und die Erdnüsse wachsen wieder direkt auf der anderen Strassenseite!

Nun geht es aber direkt nach Cairns. Über teilweise passähnliche Strassen, nur eben dichter bewachsen und zum Teil fast überwachsen. Eine herrliche Strecke, vorbei an Kuranda, das wir morgen mit der Seilbahn und Eisenbahn besuchen werden.

Unser erster Blick auf Cairns von einem Aussichtspunkt, etwa 25 km vor der Stadt.

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Nun sind wir also angekommen. Das wird unser Basislager für die nächsten Tage und von hier aus werden wir auch zum Great Barrier Reef fahren. Der Campingplatz ist super, der beste, den wir in den letzen beiden Wochen hatten. Obwohl ich sagen muss, dass wir keinen einzigen schlechten erwischt haben. Vielleicht ist das eben BIG4? Gegen 4 Uhr checken wir ein und werden erst einmal durch die Anlage gefahren. Auch das hatten wir noch nicht…

Auf Tour 8

Kuranda, 08. Oktober 2016

Etwas von der Küste entfernt im Hinterland liegt Kuranda. Nach eigener Aussage eine kleine Stadt im Regenwald. Diese hätte sicherlich nicht so viel Beachtung bekommen, wenn sie nicht die Endstation einer Seilbahn und einer historischen Eisenbahn wäre.
Dadurch ist Kuranda zu einer Mischung aus Kleinstadt und Touristenzentrum geworden.

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Blick durch den Glasboden der Kuranda Skyrail auf den Regenwald

Wir fahren um 9 Uhr mit der Seilbahn hoch und haben Glück, daß noch Plätze in einer Diamond View-Kabine frei sind: Das sind Gondeln mit Glasboden, durch den man den Regenwald von oben sehen kann.

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Die Fahrt von 7,5 km geht in drei Etappen, dazwischen ist jeweils eine Station mit einem kleinen Rundweg durch den Regenwald.

Gute Idee, dadurch entzerrt sich das alles ein wenig und es geht wirklich sehr entspannt, also australisch zu.
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Die Ausblicke sind wieder einmal überwältigend, durch die Höhe über den Wipfeln haben wir einen wunderbaren Fernblick.

Kuranda selbst ist jetzt nicht unbedingt so, dass man es gesehen haben muss. Es hat etwas von der Strandpromenade in der Türkei, Laden an Laden, bunt gemischt. Dazwischen auch ein deutsches Lokal „German Tucker“ in dem es Weißbier und Bratwurst, ja sogar Weißwurst gibt.
Wir entscheiden uns dagegen. Das verschieben wir auf die Zeit nach dem Heimflug.
Überall gibt es die asiatischen Massenprodukte, Boomerangs in allen Größen und angeblich alle handbemalt! Man sieht aber schon aus 100 Metern Entfernung, dass die alle aus der gleichen Fabrik kommen.

Dazwischen gibt es aber auch immer mal wieder schöne Läden, die echte aboriginal Art anbieten. Das schlägt sich dann halt auch in den Preisen nieder, klar. Ein Digeridoo beginnt dann bei etwa 160 AUD und nach oben gibt es anscheinend keine Grenze.

kuranda-1Weiter hinten entdecken wir dann einen kleineren Bereich, etwas unterhalb der Hauptstrasse. Und hier ist es wieder echt klasse. Ein wenig alternativ. Überall Reggae Musik, Rastazöpfe, bunte Klamotten und echte Typen.
Bei einem Lokal, das angeblich die besten Crepes weit und breit macht, beschließen wir, dass wir Hunger haben. Also ich eigentlich nicht, aber WIR haben uns doch sofort darauf geeinigt, hier etwas zu essen 🙂kuranda-3

Gut war´s. Und wo bekommt man denn schon einen Crepe mit Lammschinken. Hätte eigentlich Känguruhschinken sein sollen, aber der war leider gerade aus. Der Kollege, der sonst die Känguruhs jagt, sitzt nämlich mit seinem Didgeridoo an der Seilbahn und macht auf Tradition.
Der Crepe ist trotzdem Klasse und das Känguruh kann weiter durch die Gegend hopsen. kuranda-2

Den Rückweg um 2 Uhr treten wir dann mit der historischen Eisenbahn an, die uns über unzählige Brücke und durch viele Tunnels zurück bringt. Ich sag mal so. Im Zug ist nicht nur der kleine Junge mir gegenüber eingeschlafen. Es war schon interessant, aber eine halbe Stunde hätte gereicht. Da das Ganze aber fast 1 1/2 Stunden ging, war schon ein gewisser Sättigungsgrad an Regenwald vor den Fenstern erreicht.

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Ein kurzer Bustransfer brachte uns wieder zur Talstation der Seilbahn zurück, wo unser Auto stand.

Auf dem Rückweg versorgten wir uns bei Coles wieder mit Lebensmitteln und buchten dann unseren Ausflug aufs Great Barrier Reef. Morgen um 6:50 gehts los!

Nun wollten wir uns noch den Night Market in Cairns ansehen, den unsere Reiseführer so gelobt hat. Na ja, es ist eine Passage mit hauptsächlich Billigware, wie T-Shirts und Schmuck. Dazwischen Massageangebote und am anderen Ende ein Food Court. Aber mal ehrlich: Wir sind uns vorgekommen, wie mitten in einer chinesischen, thailändischen oder sonstigen asiatischen Stadt. Es gibt fast ausschließlich asiatische Anbieter und asiatisches Essen. Bestimmt 5 asiatische Buffets, aber keine Spur von Australien. Wir machen nur eine schnelle Runde und essen lieber aus dem Kühlschrank auf dem Campingplatz.

Allgemein fällt uns jeden Tag auf, dass hier eine extrem hohe Zahl an Asiaten unterwegs ist. In Brisbane und südlich davon war das gefühlt bei weitem nicht so. Aber hier oben im Norden ist es schon etwas nervig.

Es war schon heute früh in Kuranda so, dass sogar einige Läden Ihre Plakate in chinesisch (oder was immer das auch für eine Sprache ist) schreiben, Speisekarten gibt es in Englisch und chinesisch, die Sicherheitsvorkehrungen im Zug sind auf Englisch und Chinesisch…

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Irgendwie sieht das nach einer stillen Übernahme aus 🙂 Mir ist es auf jeden Fall zu viel. Speziell in Cairns ist uns das extrem negativ aufgefallen.

Morgen haben wir uns einen Ruhetag verordnet. Wir müssen das Ganze mal verarbeiten…


Cairns Coconut Resort, 09. Oktober 2016

HEUTE RUHETAG!

Diesen Sonntag haben wir uns einfach zum Nichtstun auserkoren. Langes Frühstück, lesen am Platz. Einen großen Teil des Nachmittags haben wir am Pool in der Anlage verbracht. Ein riesiger Whirlpool mit badewannen-warmem Wasser und ein Pool, den wir fast für uns alleine haben. Bei mehr als 30 Grad ist eine Abkühlung doch dringend nötig.

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Für den Abend haben wir nochmal ein schönes Rumpsteak und eine Süßkartoffel gekauft. Im Campkitchen machen wir uns daraus ein leckeres Abendessen und packen dann schon mal langsam für morgen.

Da es heute nicht wirklich viel zu fotografieren gab, habe ich mal im Archiv gekramt und ein wirklich sehenswertes Motiv gefunden. Damit hier endlich mal Niveau rein kommt. 🙂

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Und gleich vorab: Das war morgens bei der Fahrt zu den Whitsundays und auf dem Schiff ging ein heftiger Wind. Deshalb die Jacke!


Great Barrier Reef 10. Oktober 2016

WOW!

Der heutige Tag war von Anfang an so etwas wie ein Highlight. Das Great Barrier Reef ist ja schon etwas Besonderes. Größtes Korallenriff der Erde, Unesco Weltnaturerbe, eines der sieben Weltwunder der Natur und sogar vom Weltall aus zu sehen.

Aus der Vogelperspektive haben wir es ja schon gesehen. Und nun gehen wir näher ran, also ganz nah, mit dem Schnorchel.
Mit dem neuen Schiff des Veranstalters Down Under Cruise and Drive, der „Evolution“ starten wir von Cairns Richtung Outer Reef.

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Wir haben uns für eine mittlere Größe des Bootes entschieden und so sind etwa 150 Gäste an Bord. (Die Großen haben bis zu 300 Passagiere!) Wir sind die Nummer 100 und 101.
Die Hinfahrt verlangt unseren Mägen echt alles ab, obwohl es gar nicht so aussieht, haben wir doch ordentliche Wellen. Aber das Frühstück ist doch drin geblieben! (Wir waren aber nicht die Einzigen, die Notfalltüten und Reisetabletten fanden regen Absatz).

Schon direkt nach dem Einsteigen bekamen wir unsere Schnorchelausrüstung und unterwegs gab es die ersten Sicherheitseinweisungen. Die Crew hat einen prima Job gemacht und alles kurzweilig verpackt.
Nach etwa 1 1/2 Stunden haben wir den ersten Ankerplatz erreicht. Die Plattformen am Heck werden heruntergelassen und nun drängen sich alle ins Meer.

Das machte die ganze Sache nicht einfacher für mich, der ich ja nicht unbedingt Schwimmhäute zwischen den Fingern habe. Und zwischen mir und dem Meeresgrund waren laut Anzeige 9,5 Meter Salzwasser. Da kannst Du Dich strecken, wie Du willst. Das reicht nicht zum Stehen! Egal, eine zusätzliche Schwimmweste an und raus. Durch die vielen Leute im Wasser war das schon etwas chaotisch, vor allem direkt am Boot. Ich habe dann doch etwas gewartet und nun ging es wunderbar. Außerdem war auch hier immer alles bestens organisiert und kontrolliert. Es standen mindestens 5-6 Leute der Crew am und im Wasser bereit, falls etwas passieren sollte. War aber zum Glück nicht nötig.

Schon ein paar Meter vom Schiff entfernt begannen die ersten Korallenbänke, Fische in allen Farben dazwischen.

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Das muss man live gesehen haben, auf Bildern lässt es sich leider nicht annähernd so festhalten, wie es wirklich ist. Aber wir haben trotzdem einige Videos gemacht und dabei Annettes Ixus geliefert, weil das Gehäuse undicht war. Schade, aber sie hat schon in den letzten Tagen immer mal wieder nicht funktioniert. Whiteheaven Beach ist ihr nicht gut bekommen…

Nach etwa drei Stunden war der erste Schnorchelgang vorbei. Es gab Mittagessen vom Buffet und danach starteten wir zu einem weiteren Punkt am Riff, wo wir nochmals etwa 2 Stunden Zeit hatten. Hier waren noch mehr und vor allem buntere Fische zu sehen.

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Nach etwa einer Stunde machten wir noch eine kleine Fahrt mit einem Glasbodenboot durch das Riff. Dabei sahen wir auch unseren ersten echten Hai. Es ist in dem Ding schwer zu schätzen, wie groß er war, aber vielleicht einen Meter?

Um halb 5 sind wir wieder zurück in Cairns, die Rückfahrt war deutlich ruhiger als die Hinfahrt und es gab ein Gläschen Wein zur Entspannung, jetzt, nachdem die Schwimmerei erledigt war.

gbr-3Der ganze Tag war sehr, sehr gut organisiert. Alles hat perfekt gepasst und man hatte den Eindruck, dass die gesamte Crew einfach nur Spaß bei der Arbeit hat. Jeder hilft überall mit, hat immer ein „Hey Guys“ und ein Lächeln auf den Lippen und ist trotzdem bei der Sache.

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Der Chef der Crew hat dann bei der Rückfahrt noch als Entertainer fungiert – und das nicht einmal schlecht. Ein echtes Original, die Rastazopf als Knoten unter der Cap heraushängend und immer einen lockeren Spruch parat.

Damit geht ein großartiger Tag zu Ende. Einer der Höhepunkte dieser 4 Wochen und ein tolles Erlebnis.

 

Auf Tour 9

Daintree River / Port Douglas, 11. Oktober 2016

Der nördlichste Punkt unserer Reise!

Unser heutiges Ziel war Daintree, das am gleichnamigen Fluss, dem Daintree River liegt der die Grenze zu den Tropen bildet. Von da ab wird es unkomfortabler und nach einigen Kilometern sogar nur noch für Allradautos passierbar. Diese letzten Kilometer haben wir uns geschenkt, wir hätten dafür mit der Fähre über den Fluss übersetzen und nach einer Stunde wieder zurück fahren müssen.cairns-port-douglas

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Schon die Fahrt von Cairns nach Norden war super. Eigentlich der schönste Abschnitt unserer mehr als 3.000 Kilometer. Großteils am Meer entlang, teilweise nur wenige Meter entfernt. Da möchte man dann erst recht nicht mehr nach Hause!

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10 Kilometer vor Daintree sehen wir aber die Abzweigung zur Fähre und die wollen wir uns doch trotzdem einmal ansehen. Kurz vor dem Anleger finden wir dann zufällig den Veranstalter von Fahrten auf dem Daintree River, die wir uns erst für morgen vorgenommen hatten.

Warum denn nicht gleich jetzt? Also hin. Mit unserem Glück sind noch massig Plätze frei und die Fahrt beginnt in 10 Minuten. Perfekt! Bis dahin zumindest. Auf dem Boot müssen wir feststellen, dass der Kapitän, der auch gleichzeitig die Führung macht, irgendeine Sprache spricht, die wir nicht verstehen. Wahrscheinlich ist es doch irgend eine Form von Englisch. Alle anderen unterhalten sich lebhaft mit ihm. Wenn er uns im Wald irgend etwas zeigen will, haben wir so unsere Problemchen. Meint er einen Vogel, eine Pflanze und wo ist der, die oder das denn? Egal, die Fahrt war klasse und wir haben natürlich auch unsere ersten Salzwasser-Krokodile, die Salties, gesehen.

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Wobei, ich bin mir gar nicht so sicher, dass es wirklich echte Tiere waren. So reglos, wie die im und am Wasser lagen, könnten das auch Plastiktiere gewesen sein. Extra für die Touristen? Zum Teil haben sie sogar Namen, der im Wasser ist Erik.

Aber nicht nur wegen der Krokodile war es sehenswert. Der Daintree River wird vom Regenwald begrenzt und ist schon ein wunderschönes Fleckchen Erde.
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Nach einer Stunde ist die Fahrt zu Ende, aber es gibt bei diesem Veranstalter noch einen Bonus: Man kann kostenlos noch eine zweite Tour ab Daintree Village machen. Genau da wollen wir ja hin.

Der Ort liegt nur etwa 10 Kilometer entfernt und erinnert so ein wenig an einen Western. Die letzte Stadt am Ende der Zivilisation. Wir wollten ja hier auf dem einzigen Campingplatz übernachten, der etwa ein Drittel des Ortes einnimmt. Wollten wir! Der Platz ist nichts als eine große Wiese, wer schnell ist und Glück hat, bekommt einen Platz im Schatten eines Baumes. Wer nicht, steht in der prallen Sonne – und wir hatten heute früh um 9 Uhr schon 28 Grad. Seitdem haben wir kein Thermometer mehr gesehen, aber es ist sicher deutlich wärmer.

Strom gibt es auch keinen und so müssen wir eine kleine Planänderung starten: Es gibt hier nur Mittagessen (leckere, aber zu teure Pies) und wir machen die zweite Bootsfahrt. Danach fahren wir zurück bis Port Douglas, dort gibt es einen BIG4 Campingplatz. Nebeneffekt ist, dass wir morgen schon einen Teil der Strecke weg haben und einen entspannten letzten Tag mit dem Camper verbringen können.

Sensationell war aber die zweite Bootstour: auf dem gesamten Boot waren 4 Personen, alle aus Deutschland! Bis kurz vor der Abfahrt waren wir alleine mit dem Kapitän und konnten schon etwas über die Fahrt erfahren.
Diesmal konnten wir auch alles verstehen. Er sprach ein sauberes, deutliches Englisch und das ist uns natürlich absolut entgegen gekommen.

Wie gesagt, es war noch besser als am Vormittag. Der Fluß ist hier enger, zum Teil geht der Regenwald bis direkt ans Ufer, die Mangroven sogar ins Wasser.

Wir sehen natürlich wieder Krokodile, erfahren aber auch noch viel über das Ökosystem und die Lebensart der einzelnen Tiere. Auch diese Stunde war wie im Flug vorbei.

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Nach diesem Tag können wir www.crocodileexpress.com wirklich nur empfehlen. 2 mal eine Stunde auf dem Daintree River für 28 AUD pro Person. Das ist es echt wert!

Und nun sitzen wir hier in Port Douglas. Morgen wird dann der letzte Tag hier im Norden sein. Wir müssen das Auto leer machen und hoffen, dass wir alles in die Reisetaschen bringen und dabei auch noch das Maximalgewicht beachten. 23 kg haben wir auf dem Flug nach Sydney frei. Das wird morgen noch lustig!


Cairns Coconut Resort, 12. Oktober 2016

Das war er, der letzte Tag unserer Rundreise durch den Osten Australiens.

Am 22. September haben wir unseren Campervan in Brisbane übernommen und werden ihn morgen hier in Cairns wieder abgeben. Dazwischen liegen 3.309 Kilometer und 21 ereignisreiche Tage.

Gestern sind wir ja weiter gekommen, als eigentlich geplant war und so hatten wir heute nur eine kurze Tour. Und als Besonderheit wollten wir heute am Strand frühstücken – beim Sonnenaufgang! Die Strecke war gestern so schön, dass das einfach sein musste.

Wecker auf 4:45 Uhr! Nur schnell geduscht, einen Kaffee in die Warmhaltebecher und um 5:10 sind wir unterwegs. Zuerst ist es noch stockdunkel, aber am Horizont wird es schon langsam hell.

Nach etwa 25 Minuten sind wir am Strand und es bietet sich ein einmaliges Bild. Orangefarbener Horizont, davor das Meer und ein paar Hügel, je nachdem wie die gewundenen Strasse uns den Ausblick gewährt.
Eine geeignete Stelle haben wir bald gefunden, die gibt es hier massenweise.

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Schnell unsere Stühle an den Strand, etwas Müsli in die Schüsseln und nur noch genießen. Ein solches Frühstück habe ich noch nie erlebt. Einmalig. Unvergesslich.

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packenHeute war aber das hauptsächliche Ziel, unser Auto wieder auszuräumen und alles in die beiden Reisetaschen und Rucksäcke zu verstauen.

Als wir alles in die Cabin getragen hatten (wir haben uns das zum Abschluss gegönnt, weil es so einfacher ist alles zu packen und wir morgen auch gleich los können), waren wir schon ein wenig – beunruhigt. Das alles soll in zwei Reisetaschen?

Bisher war es über das ganze Auto verteilt, aber irgendwie haben wir das meiste ja auch mit hergebracht. Und schon bald hat sich das Chaos gelichtet. Sieht gut aus! Gewicht passt auch (zumindest das der Koffer 🙂 ) Morgen haben wir nämlich nur 23 kg, ab Sydney am Sonntag haben wir ja satte 30 Kilo!

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Der Camper ist leer und seit 3 Wochen erstmals wieder mit Sitzbank.

Da   wir jeden Abend draußen sitzen konnten, haben wir einfach das Bett gelassen.

Den Nachmittag genießen wir noch einmal am Pool. Wieder sind wir fast alleine. Das sieht gar nicht nach Campingplatz aus, das würde schon für ein kleines Hotel reichen.

Am Abend unser letztes „Barbie“ und dann müssen wir uns langsam mit Sydney beschäftigen…


Flug nach Sydney, 13. Oktober 2016

Das war`s also im Nordosten. Nun brechen wir zu unserer letzten Station auf: Sydney.

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camper-1Vorher müssen wir unseren Campervan zurückbringen, was sich aber als vollkommen problemlos herausstellt. Das Ganze dauert vielleicht 10 Minuten. Einmal ums Auto gelaufen. Fertig.

Kurz vorher hatten wir aber noch eine kleine Begegnung mit der australischen Polizei. Auf einer 4 spurigen Strasse meinte unser Navi, dass wir rechts abbiegen müssten, was ich natürlich auch tun wollte. Dumm war nur, dass vor mir ein Auto auf der Abbiegespur stand und ein Schild verdeckte. Hier ist das Abbiegen während der Stoßzeiten verboten!
Und dann stand da plötzlich ein netter Polizist neben mir und hat mir erklärt, dass ich hier nicht abbiegen dürfte. War aber ganz locker. Seine letzten Worte waren, wenn ich hier warten wollte, bis ich rüber komme, werde ich dabei alt! Also an der nächsten Ampel gedreht und zurück gefahren.

Nun mit dem Taxi zum Flughafen, gleich um die Ecke. Beim Einchecken unserer Reisetaschen haben wir dann die zweite Überraschung des Tages, die aber eigentlich gar keine war.

Meine Tasche hat Übergewicht! Die gute Dame hinter dem Schalter will dafür 70 AUD, oder wir müssen umpacken. Wir hätten ja jeweils 7 kg Handgepäck frei! Wenn die wüsste, was eine Kamera mit Objektiven und ein Laptop wiegen 🙂 . Egal, wir packen trotzdem um, Annette hat noch freie Kapazitäten im Rucksack und mit etwas über 23 kg ist sie dann zufrieden.
Und hat schon mal jemand erlebt, dass Handgepäck gewogen wurde? Wir noch nicht. BIS HEUTE!
Als wir nämlich in der Abfertigungshalle auf unseren Flug warten, erleben wir das zum ersten mal. Beim Boarding eines Fluges nach Adelaide fahren ein paar Flughafenmitarbeiter mit mobilen Waagen an der Schlange entlang und jedes Gepäckstück, das verdächtig erscheint, wird gewogen. Da müssen jede Menge Leute in eine andere Schlange wechseln. Keine Ahnung was denen dann beim Boarding erzählt wurde?

Na ja, einen Plan B haben wir jetzt nicht mehr. Also abwarten und sehen, was passiert. Und den Plan B brauchen wir auch nicht, denn glücklicherweise wird bei uns nicht gewogen…

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Der Flug VA1418 mit Virgin Australia selbst verlief unaufgeregt. Pünktlicher Start, ruhiger Flug und sogar 10 Minuten zu früh gelandet. Passt.

Mit dem Shuttleservice, den wir gestern noch schnell gebucht haben, fahren wir direkt vor das Hotel. Das ist übrigens günstiger, als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Wir zahlen für Hin- und Rückfahrt 60 AUD.

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Da  wir recht früh sind, schaffen wir es sogar noch ins Touristen Center, das gerade mal 10 Minuten entfernt ist und danach bummeln wir durch Darling Harbour. Die Lage des Hotels Adina Harbourside in der Shelley Street ist wirklich vorzüglich. Wir können fast alles zu Fuß erreichen, werden aber natürlich auch einmal mit einer der Fährlinien fahren.

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Sydney, 14. Oktober 2016

Der totale Kontrast.

Cairns ist ja nun keine ganz kleine Stadt. Mit fast 135.000 Einwohnern. Fast Aschaffenburg mal zwei. Aber in Cairns sieht man kaum mehrstöckige Häuser, alles ist irgendwie kleiner. Denke ich zumindest nach dem heutigen Tag.

Der Kontrast zu Sydney ist natürlich extrem. Mehr als 4,6 Millionen Menschen leben hier. Großstadt von internationalem Format eben.
Und doch auch wieder nicht.
Klar läuft man zwischen Hochhäusern in engen Straßenschluchten. Aber immer wieder gibt es grüne Inseln. Auch ist es hier irgendwie nicht so hektisch und gedrängt. Die Menschen sind alle unterwegs, als wären sie gerade auf dem Weg in den Feierabend, obwohl man genau weiß, dass sie zum Arbeiten gehen.

Unterwegs steht eine kleine Schlange an einem winzigen Lädchen. Da verkaufen 2 Leute Kaffee, Croissants und Sandwiches. Bis die Bestellung fertig ist, wartet man eben. Spielt am Handy oder unterhält sich mit anderen. Aber keiner schaut ständig zur Uhr oder drängelt.

Bei der Bestellung ist wohl schon klar geworden, dass wir keine echten Aussies sind. Also fragt der Mann an der Kaffeemaschine „Where do you come from, guys?“ „From Germany.“ Und schon geht ein kleines Gespräch los. Einfach so, während er einen Kaffee nach dem anderen rausgibt. „Do you like Soy Milk?“  Wir trinken hier unseren Cappuccino nämlich nur mit Sojamilch. Und schon habe ich eine Milchtüte in der Hand. „The best soy milk in the world, really!“ 

Das Croissant und die Toasts sind perfekt und als wir gehen, kommt aus dem Hintergrund ein „Bye, and have a nice day!“ Der Tag hat schon mal klasse angefangen. Gut, dass wir nicht das Hotelfrühstück gewählt haben.

Nun beginnen wir unsere Tour durch Sydney. In einem Stadtführer wurden 3 Touren angeboten, die man alle zu Fuß machen kann und die in einige der schönsten Ecken Sydneys führen. Wie gut, dass unser Hotel so perfekt liegt.

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Wir fangen im Hyde Park an, gehen zur St. Mary´s Cathedral, durch den botanischen Garten zu Mrs. Macquaries Chair.

Von hier haben wir den ersten Blick auf die Harbour Bridge und die Oper.

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Mit uns blicken aber noch unzählige Asiaten. So langsam nervt das schon. Sie treten immer in Scharen auf und es ist ein Geschnatter, dass es kaum auszuhalten ist. Oben an der Strasse stehen dann mehrere Busse.
Aha, da kommen die also her.
sydney-11Wir sind zu Fuß am Ufer entlang durch den botanischen Garten gekommen und haben außer ein paar Joggern keine Menschenseele getroffen. Auch keine asiatische.

Wir haben dann echt mal ein wenig nachgerechnet. Da waren doch fast keine nicht-asiatischen Menschen unterwegs. Fällt mir hier halt echt extrem auf und auch im weiteren Verlauf des Tages sehen wir das immer wieder.

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Wir gehen weiter am Ufer entlang zur Oper. Ich hätte sie mir nicht so groß vorgestellt. Bisher kannte ich sie immer nur aus dem Fernsehen und das war irgendwie unendlich weit weg. Und nun stehst du selbst hier. Auf den Stufen, auf dem Vorplatz.

Im Viertel „The Rocks“ ist es dann auch Zeit zum Mittagessen. Nach langer Diskussion machen wir dann einen auf typisch Tourist. Wir essen in einer echt bayrischen Kneipe. Oktoberfestbier, Weißbier und bayerische Musik live. Das Weißbier war das teuerste, das ich je getrunken habe, aber das musste einfach sein! Das Essen kann man schlichtweg vergessen.

Über „The Rocks“ steigen wir natürlich auch einmal hoch zur Harbour Bridge, um den Blick von dort auf die Oper zu haben. Von hier sind es nur etwa 25 Minuten zurück zum Hotel, wo wir für eine Stunde die Füße hochlegen. Das haben wir uns echt verdient, aber bis hierhin war es schon mal super.

Halb 5. Wir sitzen in Darling Harbour in einem Lokal und geniessen den Blick auf die vielen Fähren, die hier ständig unterwegs sind. Eine Pizza und ein Cocktail, bzw. ein Bier sind unser etwas verfrühtes Abendessen.

Wir wollen nämlich noch einmal zur Oper, um dort den Sonnenuntergang zu erleben. Diesmal aber nicht zu Fuß, sondern mit der Fähre F4 nach Circular Quay. Die knapp halbstündige Fahrt mit mehreren Haltestellen zeigt uns Sydney einmal aus einer anderen Perspektive.

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Zum Sunset ist am Circular Quay richtig was los. Die Bars und Restaurants sind fast alle bis auf den letzen Platz gefüllt. Überall irgendwie Feierstimmung. Wahrscheinlich freuen die sich aufs Wochenende.
Der Sonnenuntergang wirft ein wunderbares Licht auf Oper und Harbour Bridge und wir machen natürlich das, was alle anderen auch tun. Genießen und fotografieren. Und nochmal fotografieren.

Weil es so schön war, bleiben wir sogar noch, bis die Sonne ganz untergegangen ist und die Lichter in der Stadt angehen. Die Oper beleuchtet.

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Die Harbour Bridge ebenfalls und natürlich die ganze Stadt.

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Da ist er wieder, der Kontrast zu den letzten Wochen.

Auch den Rückweg treten wir wieder mit der Fähre an. Mittlerweile ist es komplett dunkel und die Fahrt ist wieder herrlich, auch wenn der Wind schon etwas kühl um die Nase weht. Wir haben den Tag damit mit Jacken angefangen und genau so beendet. Dazwischen war es aber ein wunderschöner Frühlingstag, warm, sonnig und sehr voll mit Eindrücken.

Mein Handy zeigt mir jetzt fast 27.000 Schritte an und wir sind doch auch etwas fertig….


Sydney, 15. Oktober 2016

Unser letzter Tag.

Gut, wir sind morgen auch noch hier, aber wir müssen schon alles packen und das Zimmer räumen. Unser Shuttle zum Flughafen kommt um 18:40 h und dann ist es tatsächlich fast vorbei.

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Heute haben wir erst einmal im Queen Victoria Building lecker gefrühstückt und sind dann weiter nach Chinatown gelaufen.

speisekarte-andersVielleicht muss man das gesehen haben, vielleicht aber auch nicht. Das ist einfach nicht meine Welt, und wir beide haben uns an einen türkischen Basar erinnert. Nur eben ohne Türken und voller Asiaten. Man hat das Gefühl, das ist eine eigene Kultur, die hier parallel gelebt wird. Das zeigt vielleicht auch diese „Speisekarte“. Das ist nur ein Teil der Außenwand des Lokals.
In dem ganzen Viertel und der Markthalle hörst Du kaum Englisch. In Australien!

Wir waren also ganz schnell wieder weg. Planänderung.
Wir setzen uns in die U-Bahn, fahren zum Circular Quay und gehen dann in The Rocks. Dort war es gestern schön und wir könnten ruhig noch etwas Zeit dort verbringen. Die U-Bahn enttäuscht uns ein wenig. Es gibt wenige Haltestellen und alles ist etwas düster dort unten. Das können andere Großstädte besser. Zweistöckige U-Bahn-Wagen habe ich wiederum noch nicht gesehen.

Zuerst setzen wir uns noch etwas ans Ufer, mit Blick auf die Oper und beobachten das bunte Treiben.vogel

Was auffällt ist, dass sehr viele Sydneyer (?) extrem gut gekleidet unterwegs sind. Dunkler Anzug und Krawatte, das kleine Schwarze und High Heels. Am laufenden Band. Anscheinend ist der Samstag Ausgehtag?

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In the Rocks finden wir einen kleinen Markt. Wieder so ein Kontrast. In Chinatown nur billiger Kitsch, den man schon riechen kann (echt!), hier viel Handwerk. Holz, Opal, Schmuck, Kerzen… Ganz am Ende malt ein Künstler mit Spraydosen. Ja, mit Spraydosen. Und das ist der Hammer, was innerhalb von 10 Minuten da entsteht. Sensationell. Leider passen aber die Farben nicht zu uns und wir haben das Problem mit dem Transport. www.xploresydney.com/aerosol-art-space/. Schade!

Aber hier kann man auch einfach Bummeln, findet interessante Kleinigkeiten und fühlt sich gut unterhalten. Das Mittagessen ist diesmal nicht bayrisch! Bei einem asiatischen Strassenstand sehen wir eine Art Pfannkuchen mit Gemüse und Hähnchen. Sehr, sehr lecker.

Unsere Standard-Fähre F4 bringt uns zurück nach Darling Harbour und wir machen nochmal eine kleine Siesta im Hotel, denn heute Abend ist Feuerwerk angesagt. Jeden Samstag findet das hier im Hafen statt und soll sehr schön sein. Mal abwarten.darling-harbour-bei-nacht

Und es ist sehr schön! Schon der Weg dorthin durch die beleuchteten Uferwege, mit Bars und Restaurants, die bis auf den letzten Platz gefüllt sind, ist es wert. Hier findet das Leben draußen statt, Breakdance hier und da. Und obwohl es noch fast eine Stunde bis zum Feuerwerk um 9 Uhr dauert, ist dort schon fast kein Platz mehr zu kriegen. Wir haben Glück und finden gerade noch 2 freie Sitzplätze auf den Holzstufen. Zwischen zwei kleinen Gruppen asiatischer Teenies. Aus der einen dieser Gruppen wird dann aber eine größere und noch größere und bis das Feuerwerk beginnt, ist es eine richtig große! Und wieder kein Wort Englisch.

Das Feuerwerk ist super schön. Von einem Boot aus gezündet, bietet es mit der Kulisse des beleuchteten Darling Harbour ein fantastisches Erlebnis. Und das einfach mal so jeden Samstag.

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Wir sehen das mal als Abschlußfeuerwerk für unseren Urlaub an. Es hätte zwar noch ein paar Monate dauern können, aber leider ist morgen dann doch der Tag des Rückflugs. Und da freut man sich schon über eine so freundliche Geste der Gastgeber. 🙂

Ja und jetzt heißt es schon mal an morgen denken. Das Shuttle zum Flughafen ist schon telefonisch gebucht, bei Emirates haben wir eingecheckt. Bleibt nur noch die Reisetasche. Viel ist nicht mehr dazu gekommen. Sollte also funktionieren und jetzt haben wir ja auch jeweils 30 kg. Beruhigend.


Sydney, 16. Oktober 2016

Nur noch wenige Stunden. Die Taschen haben wir schon gestern weitgehend gepackt. Nun noch die letzten Kleinigkeiten hinein und zumachen. Zum Glück können wir unser Gepäck bis zum Abend im Hotel deponieren. So wird der letzte Tag doch einfacher.

Was macht man nun, wenn man einerseits etwas sehen will, andererseits aber auch nicht zu viel Stress haben will vor dem Abflug? Richtig. Erst mal richtig schön frühstücken. Wir machen dies in Darling Harbour mit Blick aufs Wasser. Das war schon mal nicht schlecht für den Anfang.
Nun können wir aber nicht den ganzen Tag hier sitzen. Gelaufen sind wir in den letzten beiden Tagen auch genug, die Füße sind schon etwas platt. Ein paar Meter weiter startet aber die Fähre. Das wäre doch was. Gemütlich aufs Oberdeck setzen, die Sonne genießen und trotzdem etwas von Sydney sehen. Ein bekanntes Ausflugsziel soll wohl Manly sein. Also da hin!

schmetterling

Zum Glück fragen wir die nette Dame an der Fährstation, ob wir gleich bis Circular Quay durchlösen können. Sie gibt uns nämlich den Tipp, dass wir uns eine Opal-Karte für 10 AUD kaufen sollten. Damit können wir den ganzen Tag beliebig oft für 2,50 AUD fahren. Danke dafür.

Jetzt ab in die erste Fähre nach Circular Quay. So weit geht’s gut. Aber dann. In Richtung Manly steht schon 15 Minuten vor Abfahrt der komplette Anleger voller Leute und noch mehr warten darauf, hineinzukommen. Danke Nein! Das mit Manly muss wohl am Sonntag keine gute Idee sein. Die Fähre, die dann kommt, ist ein kleines Kreuzfahrtschiff. Und trotzdem knallevoll.

Dann fahren wir eben in die andere Richtung. Sydney Olympic Centre. Etwa 40 Minuten geht die Fahrt, entlang an wunderschönen Häusern, die direkt am Ufer stehen. Da würde ich auch leben.

sydney-12Das Olympiazentrum dagegen war doch recht weit vom Anleger entfernt und wir sind einfach so etwas am Ufer entlang in den Olympiapark gelaufen. Heute war es sogar noch wärmer als gestern und in der Sonne laufen nicht ganz so prickelnd. Zurück in Darling Harbour ist es schon Zeit zum Mittagessen. Wir gehen in das italienische Lokal, in dem wir schon einmal waren.

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Und dann war da noch dieser Spraydosenmaler. Irgendwie kommen wir darauf. Waren schon tolle Bilder. Und eine schöne Erinnerung. Na ja, was soll ich sagen. Wir fahren einfach nochmal zum Circular Quay und laufen zum Markt in „The Rocks“. Die Zeit reicht und hier nur rumsitzen ist es auch nicht.

Wie im ganzen Urlaub passt auch hier wieder alles perfekt. Die Fähre fährt direkt los. Wir kommen zu dem Markt und der Maler ist gerade am Wegpacken. Aber eben noch da!
Auch hier geht es natürlich nicht ohne ein kurzes Gespräch ab und wir kaufen uns das Australien Bild, das uns schon gestern gefallen hat. Ist zwar blöd zu schleppen, weil so sperrig in einer Rolle. Aber anders geht es eben nicht.

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Das war es dann aber wirklich in Sydney und Australien. Jetzt bleibt uns nur noch, ins Hotel zurückzufahren, unser Gepäck abzuholen und uns dann dort umzuziehen. Vorbei mit kurzer Hose und T-Shirt.
Winterpause für die Flip-Flops.
Jacken raus, Jeans an. Mist. Sind denn wirklich schon 4 Wochen rum?

Der Rest ist nur noch Pflichtübung. Transfer zum Flughafen, Check-In (Dadurch, dass wir online eingecheckt hatten, hat es länger gedauert, als an der anderen Schlange!) und nun ist es endgültig vorbei.

Um 21:55 h Ortszeit hebt der Airbus A380 ab und wir verlassen australischen Boden.


Das war`s also!

Das erste Mal Australien. Was haben wir erwartet, was erlebt?

Ein traumhaftes Land mit wundervollen Menschen.

Ein Land mit so vielen Gesichtern. Paradiesische Inseln und Strände, unberührte Natur und eine Tier- und Pflanzenwelt, die wahrscheinlich einmalig in dieser Vielfalt ist. Und die Menschen leben viel näher mit und in dieser Natur.
Alles ist viel einfacher, unkomplizierter als wir es kennen. Weniger geregelt, weniger eingeschränkt. Und trotzdem funktioniert es wunderbar. Sind die Australier denn so viel verantwortungsvoller als wir Deutschen? Muss man uns alles vorschreiben und vordenken, alles regeln und beschildern? Müsste man nicht!

Es ist nicht ganz einfach, wieder in die deutsche Gesellschaft zurück zu kommen. Uns wird sicher das „Hey Guys“, ein freundliches „How are you?“ und natürlich das „Dont`t worry“ fehlen. Und das Schöne ist, man nimmt es den Leuten ab, es ist nicht das gequälte „Guten Morgen“ beim Bäcker an der Theke. Nein, das ist ehrlich.

Aufgefallen ist uns aber auch, allerdings nur in den Städten, der extrem hohe Anteil an Asiaten. Keine Ahnung, welcher Nation, ist auch egal. Zuweilen ist es so massiv, dass es nervt. Wenn du beim Blick auf die Oper von 95% Asiaten umgeben bist, oder auch beim Feuerwerk in Darling Harbour, dann finde ich das überraschend. Dazu kommt, dass sie fast ausnahmslos kein Englisch sprechen…

Mein Australien liegt aber eher außerhalb der Städte.
Brisbane und Sydney sind Weltstädte und durchaus sehenswert. Aber sogar hier gibt es mitten in der Stadt Bereiche, die fast vergessen lassen, wo man ist.

Die Lagune in Brisbane.

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Wie ein kleiner See, mitten in der Stadt. Mit Strand und allem Drum und Dran. Natürlich kostenlos! Auch hier können die Menschen draußen die Zeit verbringen.

Sydney ist dann noch einmal eine ganz andere Nummer. Wir haben ja nur einen ganz kleinen Teil gesehen, aber es ist halt eine richtige Weltstadt. Trotzdem ist uns auch hier aufgefallen, dass es doch sehr viel Grün gibt.

Cairns ist eine Kleinstadt, aber auch hier ist der asiatische Einfluß schon deutlich bemerkbar. Und die touristische Ausrichtung.

Aber ein paar Kilometer draußen, da ist das Australien, dass ich mir so vorgestellt hatte. Das Meer, riesige Weiden, verwitterte Bäume, eine komplett andere, grüne und blühende Pflanzenwelt. Kühe, Pferde und natürlich Känguruhs sind allgegenwärtig.

Camping hat eine große Bedeutung. Überall sieht man Wohnmobile, noch mehr aber riesige Pickups mit noch riesigeren Wohnanhängern. Viele Australier verbringen ihre Ferien oder auch die Wochenenden auf den unzähligen Campingplätzen. Auch davon waren wir überrascht. Wir sind ja als blutige Anfänger dahin geflogen. Was wir aber an Campingplätzen erlebt haben, war sehr positiv. Absolut sauber, teilweise mit Pools wie Hotelanlagen und gut ausgestatteten Küchenbereichen.

Das Beste an Australien sind aber die Australier selbst!


 

Tipps

TELEFON UND INTERNET


Wir haben alle Ausflüge und Campingplätze vor Ort gebucht. Dabei ist ein Internetzugang schon sehr hilfreich, wenn nicht sogar unverzichtbar. Die meisten Campingplätze bieten zwar einen kostenlosen Internetzugang an, der aber teilweise extrem langsam ist und auch in der Datenmenge begrenzt.
Auch die Variante mit McDonalds usw. hat uns nicht geholfen, da wir keine Lust hatten, uns dort länger aufzuhalten, als nötig.
Unser Tipp:
Die Prepaid-Karte von Aldi. Wir haben uns dazu den XXL-Value Pack mit 8GB Datenvolumen für 45 AUD zugebucht.
Darin sind sogar 200 Minuten Telefonate ins deutsche Festnetz und innerhalb Australiens enthalten. Aktivierung ging schnell und problemlos, auch ein erneutes Aufladen war in wenigen Minuten erledigt.
Die Netzabdeckung war sehr gut. Zwischen Brisbane und Daintree hatten wir bis auf eine Ausnahme in Cape Hillsborough immer schnelles Internet.

NAVIGATION


Die großen Strecken sind zwar auch ohne Navi gut zu finden, aber in den Städten ist es schon sehr hilfreich.
Unser Tipp:
Kein mobiles Navi kaufen oder mieten. Wir hatten ein einfaches Microsoft Smartphone dabei (Lumia 640LTE). Mit der Aldi Telefon-Karte diente es als Router für unsere Smartphones und das Notebook und war ein sehr präzises und dazu kostenloses Navi, das zur Navigation keine Datenverbindung braucht, weil die Karten offline gespeichert werden können. (Unbedingt schon zu Hause runterladen!)
Mit einem 3,5 mm Klinke Kabel ans Autoradio angeschlossen, war es ebenfalls noch Musikplayer und die Navigationshinweise kamen über die Lautsprecher. Rundum perfekt und kaum teurer als ein gemietetes Navi von Apollo.

BUNDABERG

Das Einkaufen dort ist nur für die etwas ausgefallenen Sorten interessant. Der klassische Bundaberg Rum ist bei Amazon günstiger als direkt im Werksverkauf.

CAMPER/WOHNMOBIL


Wir hatten einen HiTop Camper von Cheapa Camper gebucht, der preiswerteren Sparte von Apollo. Die Camper werden etwa 3 Jahre als Apollo vermietet und dann gehen sie an Cheapa.
Unser Auto war laut Typenschild 3 Jahre und 4 Monate alt, hatte 212.000 Kilometer drauf und war sogar noch mit Apollo Logos beklebt. Dadurch gab es an manchen Campingplätzen noch einen Apollo-Rabatt.
Abholung und Rückgabe verliefen absolut problemlos. Die Rückgabe hat keine 10 Minuten gedauert. Kurze Runde ums Auto, Blick auf die Tankuhr und das wars. Wir sind in den 3 Wochen gute 3.000 Kilometer gefahren und hatten keinerlei Probleme.

WASCHMASCHINEN


Waschmaschinen sind an allen Campingplätzen vorhanden. Unbedingt 1 Dollar Münzen sammeln. Ohne die geht nichts.

PIES


Wir hatten vorher gar nichts davon gehört. An der Strasse stehen oft kleine „Imbissbuden“, die diese verschieden gefüllten Teigtaschen verkaufen. Unbedingt ausprobieren!

FLUG


Wir sind mit Emirates über Dubai geflogen. Den Zwischenstopp haben wir möglichst kurz (ca. 3 Stunden) gehalten. Für uns war das die richtige Entscheidung. Und insgesamt ist der Flug bei weitem nicht so schlimm, wie das viele erzählen. Deutliche Abstriche beim Komfort mussten wir in der Boeing 777 machen. Vielleicht war es nur eine alte Maschine, aber sie war deutlich lauter als der Airbus A380, außerdem enger und das Entertainment-System war ebenfalls schlechter.
Der Service von Emirates ist sehr gut und wir können diese Fluggesellschaft nur empfehlen.

CAMPINGPLÄTZE


Wir haben vorwiegend auf Campingplätzen von BIG4 übernachtet. Sie waren durchweg sehr sauber und gut ausgestattet. Eine Station war ein Campingplatz von Top Tourist Parks. Dieser war nicht ganz so gut, wie die von BIG4. Das muss aber nicht repräsentativ sein.
Wenn verfügbar, haben wir die so genannten Ensuite Sites gebucht. Dabei hat man einen eigenen Sanitärbereich direkt am Stellplatz. Der Mehrpreis von etwa 10 AUD pro Nacht ist absolut angemessen und der Comfort ist es wert.
Für die letzte Nacht haben wir eine Cabin gebucht. Das war sehr angenehm beim Packen der Reisetaschen. Im Camper wäre das wahrscheinlich schwierig geworden.
Die 50 AUD für die Mitgliedschaft bei BIG4 haben sich auf jeden Fall gerechnet.

LAMINGTONS


Dieses süße Gebäck ist eine australische Spezialität und überall erhältlich. Besser als die von Coles oder Woolworth sind die Lamingtons, die auf regionalen Märkten angeboten werden.